Emma Ruth Rundle – Orpheus Looking Back

von am 26. März 2022 in EP

Emma Ruth Rundle – Orpheus Looking Back

Bevor Emma Ruth Rundle mit Dual erstmals als Soundtrackkomponistin in Erscheinung treten wird, reicht sie auf auf Orpheus Looking Back noch drei B-Seiten ihres überragenden 2021er-Albums Engine of Hell nach.

Ohne im Songwriting so charakteristische Eindrücke hinterlassen zu können, wie die (schon noch einmal eine Stufe höher anzusiedelnden) Nummern des Hauptwerkes es tun, fügt sich der bereits liveerprobte Orpheus Looking Back-Opener Gilded Cage als folkig geklampfte Acoustic-Andacht im kargen Lagerfeuerlicht mit immer wieder impulsiv aus der Ruhe aufkochender Dynamik nahtlos in das Spektrum des Studioalbums ein – erst Pump Organ Song erweitert es, dem Titel entsprechend: Rundle sitzt für eine melancholisch Elegie an der müde wabbernden Orgel, um eine mäandernde Seance der Traurigkeit und Abschieds zu beschwören. „This is a love song I wrote in the studio and recorded spontaneously during my time there. Evan and I were in the process of separating and this song is for him.“  sagt Rundle über die absolut ergreifende Nummer und schließt sie mit der puren Gänsehaut: „But silence is heavy and so is this time.
Das aus den insgesamt rund 9 Minuten Gesamtspielzeit der EP verabschiedende St. Non wirkt danach in der Rückkehr des allgemeinen inszenatorischen Minimalismus (trotz eines energischer angezogenen Klimax) geradezu bittersüß und hell, gar behutsam optimistisch und in der Klangfarbe an Joni Mitchell erinnernd. Womit Orpheus Looking Back – übrigens interessanterweise den Blick vom zuletzt so markant im Fokus stehenden Klavier wieder an die Gitarre zurückwendend – drei unterschiedliche Facetten bietet, mit ambivalenter Wirkung: Den übergeordneten Spannungsbogen betreffend  tritt das Material als EP zusammengefasst nicht ganzheitlich schlüssig auf und kaschiert damit, dass die drei Einzelsongs jeder für sich das Niveau von Engine of Hell aber eigentlich (beinahe) halten.

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