Various Artists – Fettkakao Sampler 2014

von am 10. Mai 2014 in Compilation

Various Artists – Fettkakao Sampler 2014

Am 10. Mai 2014 sollten viele um 21 Uhr ins Sub spazieren, denn es wird ein kleines zeitgenössisches einheimisches Juwel präsentiert, der „Fettkakao Sampler 2014“. Live zu hören und zu sehen gibt es Crazy Bitch In A Cave und Goldsoundz. Die Platten Selecter danach, davor, dazwischen sind Label-Boss Andi Dvořák und Turbo von „Wilhelm Show Me The Major Label“. Auf dem Sampler sind 12 Bands, Künstlerinnen und Künstler vertreten, die entweder regelmäßig auf dem Label veröffentlichen oder die ihm nahestehen.

Ein welliger Einstieg, Surf-Musik an der Donau, Beach Girls And The Monster geben uns mit ‚Butcher And The Surf‚ einen Einblick in ihr persönliches Sammelsurium angereichert mit Dick Dale, The Cramps und 60s Girlgroups. Kein besserer Einstieg wäre mir eingefallen. Und dann der nächste Track: die Grazer Lo Fi Göttinnen von Just Friends And Lovers mit einer mellow Hymne, ‚Showdown‚. Der mehrstimmige Gesang, das scheppernde Schlagzeug und die nette Akkordfolge wollen uns eine Geschichte erzählen, die simple Geschichte von einem Nervenzusammenbruch. Bad Weed sind die, die danach kommen, und dabei ziemlich viel 77er Punk versprühen, gekonnt minimalistisch wird in ein bisschen mehr als zwei Minuten gesagt, was es zu sagen gibt: ‚Show Me What You Got‚. Mit dem nächsten Track ‚Evil‚ von Dot Dash, die nebst auch das Wiener Label Totally Wired betreiben, geht es nicht minder reduziert und doch melodiös weiter. Obwohl bösartig, ist der oder die Besungene trotzdem ein klasser Lover.

Die nächste Nummer möchte da schon eher den Weltraum bespielen. Les Trucs aus Frankfurt/Main klingen verdammt nach Les Foyer Des Arts, die Kraftwerk heiraten, und das ist gut, denn dazu kommt das augenzwinkernde Raumschiff und eben der besungene Fuchs, ‚Fuchs frißt Weltraum‚. Und dann wieder auf der Erde angekommen holen uns Mile Me Deaf mit nach Vietnam. Der Song ‚Vietnam Air‚ ist mit bester Telefon-Stimmen-Manier á la Sonic Youths ‚Superstar‚ ausgestattet. Sonst klingt der Tune eher nach Mekong Delta, Sand, unrasierten Gitrarristen und komischen Tieren. Abgelöst werden diese von Stefanie Sourial mit Ukulele, Metronom und verdammt starker Stimme. Ihr ‚Everbody Else And My Metronom‚ ist ein kleiner Pop-Song, der zu Hause bleiben will und gehört werden sollte, schön! Tirana will dann mit uns ‚Window Shopping‚ machen, hier wird mit Plan geschrien, geflüstert, 90er Gitarre gespielt und dann steht einfach wiederum ein Pop-Song da.

Das können die Goldsoundz auch. Das Lied heißt ‚Cat Phone‚ und klingt auch nach Katze: Geschmeidig, schlau, manchmal faul und ein bisschen Beach Boys verliebt. Nun wird es Zeit ein bisschen nihilistischer und sensibler zu werden, Brooke’s Bedroom, bestehend aus Martin Pieper, singt über Möbel, die Trost spenden, ‚The Comfort Of Furniture‘, und das alles ziemlich synthie- und Wiegeschritt-lastig. Langsam atmend kommt Armin Lorenz als vorletzter zur Sampler-Reihung. Sphären öffnen sich, Echoes, Samples, verfremdete Stimmchen und klarer Wasserfall-Gesang sagen ‚Eyes Wide Shut‚. Der Abschluss plustert sich noch einmal auf. Crazy Bitch In A Cave, divaesk im Falsett, flamboyant, Herzrhythmus fördernd und bildschön elektronisch gefrizzelt: ‚Masquerade (Infinite Palace Remix)‚, und aus ist der durchwegs gelungene Sampler.

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