Hug – Hug
„Frogs, condensed milk, the patter of rain“ oder „Three eternal friends becoming children“: Devendra Banhart, Gyan Riley und Noah Georgeson sind auf dem ebenso entschleunigten wie entschleunigenden selbstbetitelten Debütalbums von Hug dem „vollständigen Wohlergehen“ auf der Spur.
Wo die eigene Verortung des Trios enigmatisch bleibt, ist Hug im Grunde der Soundtrack zum Gefühl, an endlosen imaginativen Stränden die Gedanken friedlich im milden Sommersonnenlicht schwelgen zu lassen, keine Sorgen zu kennen, und die Seele entspannt baumen zu lassen – die 53 Minuten der Platte sind losgelöst von Raum und Zeit.
Vom verspielt unaufgeregten Cow With Half Moon Parasol weg zaubern Hug auf geradezu spirituelle Weise einen ruhig und meditativ gezupften Eskapismus. Quakende Frösche initiieren den trokipal groovend mit Besen gestreichelten Rhythmus hinter den umgarnend funkelnden Gitarren und begleiten einen fast ambienten Chamber Folk, bei dem keiner der Beteiligten irgendjemanden beeindrucken will, sondern gegenseitige Betörung, Wohlgefallen und angenehme Zufriedenheit das Maß aller Dinge ist.
Bevor Hug in seiner zweiten Hälfte wie eine Suite erscheint, indem Homunculus in the Foliage und Near Death Ibiza zu Gustavo Santaolalla sinnieren, wo sich Petrichor dezente Synth-Grundierungen gönnt, Lippuvuori latent halluzinogener abdriftet und Catatumbo eine bluesige Ahnung a la Jeff Buckley andeutet, sind im homogenen Rahmen durchaus Nuancen und Facetten in einem Ausmaß möglich, die den Verlauf kurzweilig und dynamisch halten.
Das kontemplative Cucullatus’ Dream plätschert in nachdenklicher Zeitlupe und legt gegen Ende eine sehnsüchtige Reverb-E-Gitarre in die milde Brise, derweil sich aus der minimalistisch verträumten Repetition der Spieluhr Arunachala eine behutsame Interaktion und Kommunikation der Instrumente entwickelt – wie eine körperlose Erinnerung an detailreicherere, komplexere Oli Knight-Landschaften.
Sarva Mangalam schunkelt als ausnahmsweise mit Gesang daherkommende Beschwörung schwelgend im harmonisch intoniertes Mantra des Sanskrit-Titels und Bathypelagic perlt klassisch, bringt dem Wehmut aber auch die Mundharmonika bei. Forgotten Gate pulsiert subversiv in der ätherische pluckernden Melancholie unter den Saiten, denn Hug spielen bei all ihrer simplizistischen, profanen und auch therapeutischen klärenden Wirkung stets am unprätentiösen esoterisch Ende des New Age-Spektrums. Wo der Sommer entweder ewig dauert und tonaler Seelenbalsam keine banale Fahrstuhl-Muzak sein muss. Das ist schön und wirklich sehr nett!


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