Murder By Death – As You Wish: Kickstarter Covers

von am 12. April 2013 in Reviews

Murder By Death – As You Wish: Kickstarter Covers

Bei der Crowdfunding-Aktion rund um das sechste Murder by Death Album ‘Bitter Drink, Bitter Moon‘ gab es vom Lampenschirm über den Beitritt zum bandeigenen Buchclub bis zum maßgeschneiderten Tattoo-Wunsch an die Rhythmusgruppe unzählige Bundle-Kombinationen. Am ertragreichsten für die Allgemeinheit: Murder by Death als Auftragsband für einen Coversong nach Wahl einzuspannen.

13 Mal haben die Kombo aus Bloomington diese ‚Bitter Drink, Bitter Moon‚-Variante um 1000 Dollar verkauft, 15 Songs wurden daraufin in 13 Tagen Studiozeit aufgenommen und nun serviert. Das als ‚As You Wish: Kickstarter Covers‚ versammelte Ergebnis der Fanwünsche wird dabei jedem Crowdfunding-Zahler digital per E-Mail frei Haus geliefert, bei Interesse wird der geneigte Käufer jedoch auch im Bandcamp von Murder by Death fündig. Eine physische Veröffentlichung der Songsammlung ist nicht angedacht – Lizenzgründe und so. Was vor allem deswegen schade ist, weil ‚As You Wish: Kickstarter Covers‚ ein klassisches Produkt für Fans geworden ist, die ungeachtet der Originalinterpreten immer so klingen, wie man das von dem Quintett um Sänger Adam Turla gewohnt ist oder erwarten würde.

Ob der Urheber also INXS (‚Never Tear Us Apart‚) oder Weezer (‚Unspoken‚) heißt: nie ist man zu weit vom Original entfernt, aber stets liegt eine feine Schmutzschicht über Songs, die nun immer nach Saloon und Wildem Westen, nach Staub und Outlaw-Verwegenheit klingen, ihre dunklen Country-Prägung an verwunschenen Lagerfeuern inhaliert haben und auch auf der eigenen Veranda keine Ruhe finden. Die Ergebnisse variieren dabei erwartungsgemäß zwischen richtig gut und durchaus gelungen, persönliche Highlights passieren öfters und tatsächliche Ausfälle kaum. „Some were silly songs, some classics. It was a riot to learn and record them“ sagt die Band und trifft damit wohl den Nagel auf den Kopf.

Auf ‚As You Wish: Kickstarter Covers‚ ist also manches am Papier interessanter sein als in der Realität (‚Some Kind Of Hate‘ von The Misfits), manches praktisch noch besser als erwartet (‚Kiss‚ von Scout Niblett) und manches ohnedies von vornherein eine aufgelegte Party (‚Turn the Lamp Down‚ von The Tea Party, ‚Rum to Whiskey‚ von Murder City Devils). Vieles wird passend gemacht (‚We are theRoad Crew‚ von Motörhead) und weniges zerfahren in den Sand gesetzt (‚Just Droped In‚ von Kenny Rogers), Überraschungen sind jedoch weitestgehend Mangelware (‚Hold On‚ von Wilson Phillips mit treibendem Disco-Bass). Nicht wenige Songs sind in der Steilvorlage ohnedies unkaputtbar (‚New Coat Of Paint‚ von Tom Waits) aber selbst die nicht unbedingt aufgehenden Interpretationen mit Turlas schmeichelweicher Totengräberstimme trotzdem schön anzuhören. Und in den besten Fällen läuft gar die Gänsehaut den Nacken hinab (‚What a Wonderful World‚ von Louie Armstrong, (‚Needle in the Hay‚ von Elliott Smith). Eine ziemlich runde, kurzweilige Sache das alles also.

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