See You Next Tuesday & Chop Chop Chop Chop Chop Chop Chop – Brothers

von am 28. Mai 2026 in EP

See You Next Tuesday & Chop Chop Chop Chop Chop Chop Chop – Brothers

Seit ihren Comeback Distractions befinden sich See You Next Tuesday in der Form ihres Lebens – und in weiterer Folge vernünftigerweise im Release-Rausch. Neben Neuaufnahmen aus dem eigenen Backkatalog der 00er-Jahre ist nun mit Brothers wieder eine Kooperation an der Reihe.

See You Next Tuesday und das New Havener-Ein-Mann-Terrorkommando Chop Chop Chop Chop Chop Chop Chop (oder Chop7times bzw. Chopx7) sind Brüder im Geiste. Daher hat Brothers aber nicht seinen Titel, wie der Beipackzettel aufklärt:
This collaborative release is based off of a book entitled The Brothers‘ War, a 1998 fantasy novel by Jeff Grubb; it is the first book in the Magic: The Gathering: Artifacts Cycle, detailing the epic conflict between brothers Urza and Mishra on the plane of Dominaria. The book explores the origins of Urza and the magical and technological arms race that leads to cataclysmic events. For the album, side A, See You Next Tuesday’s Chris wrote his lyrics based on the perspective of the Brother Urza, while Chop wrote his lyrics from Mishra’s perspective for side B.

Vor diesem diametralen Hintergrund verschmilzt der Math-/Death-/Grindcore von See You Next mit dem digitalen Cybergrind Chop Chop Chop Chop Chop Chop Chop über die Distanz von 10 Songs in 9 Minuten nahtlos zu einer konsequenten, kompletten symbiotischen Einheit.
Die organische, detaillierte Percussion verbindet sich zu einem Wechselbalg mit den (zugegeben nicht besonders gefinkelt im Tempowahn) programmierten Drums, die einen Sound wie die St. Anger-Mistkübel aus der Perspektive der 00er-MySpace-Heydays erpflegen. Die fiepend Synths rasen als Noise schonmal bis zum Gore-Faktor (Motherless Dogs), was wie in By War or Guile (nach seinem Dig-Einstieg) klingt, als wäre ein Interlude von The Locust hässlich die Zähne fletschend in eine psychotisch malmenden Agoraphobic Nosebleed-Attacke eskaliert. Psychotisch geradezu, bewusst hyperaktiv.

Entlang einer gewissen Monotonie fällt die zweite Hälfte der Platte dann zwar ab, doch bleibt das Niveau hoch. In Thicker Than Blood radikalisieren die Schaltkreise voller Tollwut und Uncaring, Untrustworthy legt sich gemein in die Schikane, bevor The Butcher seinen Irrsinn zum Mindfuck hämmert und heavy doomig ausblutet.
Dass Brothers sich in diesem Rausch sogar zwei Ruhephasen (respektive dabei auch ausnahmsweise Gitarren) gönnt (There Was Never Such a Time und Imperfect Flesh atmen als rostig schrammelnde Acoustic-Intermezzi vor Störgeräuschen am Abgrund durch), ist notwendig und wichtig für die Dynamik, denn die Platte lebt ohnedies primär von ihrer Energie, Intensität und Attitüde – nicht unbedingt von markant herausragenden Songwriting-Szenen.
Auch wenn Asymmetrics oder etwaige Redux-Einspielungen dem Mini-Format deswegen in einer Post-Distractions-Welt ein bisschen den Rang ablaufen, gelingt See You Next Tuesday doch der nächste furiose Eintrag in ihrer Diskografie. Und vor allem einer, der auf eine Fortsetzung der Kooperation hoffen lässt.

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