Naysayer – Rage Dreams
Naysayer waren nie die aktivste, aber immer eine (nicht nur, jedoch vor allem lokal) verehrte Band der Richmonder Hardcore Punk Szene. Nun erweitern sie mit der EP Rage Dreams endlich mal wieder ihre überschaubare Diskografie.
Fast 10 Jahre nach Nation of Greed sind 5 neue Songs über 10 Minuten freilich eine überschaubare Ausbeute. Doch Naysayer erweisen sich einmal mehr als Meister der Effektivität: Rage Dreams ist verdammt solides Comeback, das keine spektakulären oder gar revolutionären Szenen braucht, um extrem kompetent, tight und aggressiv jede Sekunde Spielzeit zu nutzen – das Niveau des bisherigen Kanons wird gehalten.
Demoralized beschleunigt seine Heaviness und drückt mit einem metallischen Riff, wiewohl die Gang-Mentalität vergeblich für Frieden betet. The Biz rockt kloppender im Pit, alterniert seine zwei straighten Gangarten aus zügig und noch schneller, und lacht der Vorhersehbarkeit dennoch ins Gesicht. Generisch ist das zwar bis zu einem gewissen Grad. Aber auch kraftvoll und inspiriert, motiviert.
Danach steigert sich das (einen passgenau brutalen, der Live-Durchschlagskraft entsprechenden Sound) spendiert bekommen habende Rage Dreams in seine beste Phase, weil die Band ihre Beatdown-affine, wunderbar zermürbend einprügelnde Formel wie aus einem Guss serviert.
Haze rührt seine Attitüde im Mittelteil kurz martialischer an und mutiert dann im nahtlosen Übergang zu Pit of Misery: ein instrumentales Durchatmen, das eine vage Ahnung davon vermittelt, wie Turnstile klingen hätten können, wie sie sich nicht externen Einflüssen geöffnet, sondern immer fokussierter in die Hardcore-Materie eingegraben hätten.
Das Killing Pace-Gastspiel im Titelstück zeigt dann bretternde Bandbreite, skandiert fast predigend, und macht den breitbeinigen Abgang. Womit die aus dem Nichts gekommene Rückkehr das begeisternde Momentum zwar auslässt, die durch und durch befriedigende Souveränität der Platte aber extrem befriedigend auf den Punkt bringt.


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