Pete Yorn – All The Beauty
„No A.I. was used during the writing, recording or producing of this record“ stellt Pete Yorn in den Linernotes seines zwölften Studioalbums All the Beauty sicherheitshalber klar.
Stattdessen hat der 52 jährige diesmal wieder weitestgehend mit Jackson Phillips zusammengearbeitet und nennt All the Beauty nach Caretakers (2019) und Hawaii (2022) insofern den Abschluss einer „loose trilogy“. Auch diesmal tut der Day Wave-Mann Yorn als Kooperationspartner gut tut – im dritten Anlauf vielleicht sogar das kleine Quäntchen besser als bisher bereits.
In der Klammer aus Never Said No (das mit dängelnden Gitarren seine catchy Hook repetitiv anbietet) und der gehauchten Liebeserklärung Everything als Mantra und kurzerhand verblassende Momentaufnahme läuft All the Beauty wirklich schön nebenbei, begleitet über eine unverbindliche berührende Flüchtigkeit ebenso angenehm und gefällig wie auf eine nette Weise egal, zwang- und harmlos.
Mal flotter am Indie gelöst wie im Titelstück, dann melancholischer unaufgeregt (Out of My Head) oder mit hellem, positiven Vibe in der luftiger groovenden Beschwingtheit (All the Time). Mine to Call ist nonchalant wie alles hier entspannt plätschernd, gleitet bis zum abrupten Ende aber besonders verträumt in den Abend. Trains zupft minimalistisch gen R.E.M., um dann mit anorganischem Band-Feeling die Bereitschaft zu zeigen, sich im Stadion-Oval treiben zu lassen – und dabei höchstens am zu dünnen Sound und austauschbaren Melodie scheitert.
Magic (Helpless) ist dagegen besonders warm und weich in ein folkoristisches Ambiente gebettet und wird sanft von einem klatschenden Drive getragen, bevor The Same Lie angenehm wehmütig schippert, Estate exemplarisch relaxt auf einem The Drums’esken Sommer-Flair gleitet und Idyllwild soft in der Nostalgie joggt.
In dieser Wohlfühlzone bewegen sich Yorn und Phillips ohne anzuecken oder aufzureiben, und verstehen es als (wertungstechnisch an dieser Stelle wie immer bei Yorn allzu wohlwollend aufgerundet werdende) Tugend, dass es praktisch keine qualitativen – weder nach oben, noch nach unten – in einem sehr runden, spannungsmilden Verlauf gibt. Was eben alles auch ein bisschen arg generisch klingt. Weswegen es natürlich praktisch ist, dass man sich hinsichtlich etwaiger genormter KI-Unterstützung keine Sorgen machen muß.


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