Pool Season – Pool Season

von am 20. August 2026 in Album

Pool Season – Pool Season

Bryan Devendorf (The National, Pfarmers, LNZDRF) und Kevin Carlisle (Goodbye Geminin) starten ihre eigene Pool Season – „a studio project of electronic instrumentals (augmented by brass, guitar, percussion & drums) inspired by their shared love of synth pop of the late 70’s and 80’s„.

Retrofuturistisch pluckernde Synths und zappelnde Beats dominieren den Soundtrack für die namensgebenden Pool Season: Eine Suspense-Geschichte ohne Schwere oder Gefahr; eine locker und nonchalant angelegte Spannung für einen Noir-Krimi im gleißenden Sonnenlicht, frei von Nervosität oder Hektik – wo die Protagonisten (Bryan Devendorf – drums/beats and sequencing sowie Kevin Carlisle – synths/keys, guitars and sequencing) voll schlauer Ideen einfallsreich durch die relaxte Handlung schweben.
Da tragen Songs nicht umsonst Titel wie The Future ’97 oder assoziieren wie im zwielichtig funkelnden 8 Light Years From Here einen nostalgischen 80er-Trend, der durch den ersten Stranger Things-Score geschürt wurde.

Die Ausrichtung der zwölf Instrumentals ist somit ohne lange Vorlaufzeit angezeigt und gönnt sich im homogenen Fluss nur wenige gravierend aufzeigende Facetten. Am ehesten, wenn Gäste auftauchen.
Night Flight – mit Dave Nelson, der auch Bläser für Rapid Run beisteuert – klingt dann wie der versöhnlich-farbenfroh verträumte Abspann hinter einem grell-düsteren Carpenter Brut-Trip und Falcon in Flames bekommt durch Brandon Scott Colemans gniedelnde E-Gitarre einen sleazy Rock-Vibe.
Ansonsten mutiert der kaum über sein Songwriting Nachhaltigkeit zeigende, den Background imaginativ ausmalende Indie Synthwave aus Cincinnati seine Nuancen eher subtil.

Empty Stars ist ein elegischeres, sphärisches Enigma und Ghosts of the Ohio Derby hat nicht nur einen potentiellen The National-Titel, sondern lässt wie ein Chill Out-Remix der Band auch seinen Gitarren mehr Raum als es für Pool Season typisch ist.
Owlness (Quick Chaos) bricht vage auf und Robot Birthday ist ein verdächtig groovender Space Station-Ladebildschirm.
Über den bittersüß gelösten EDM von Warsaw Still Life als organisch produzierte Elektronik und den ätherischen Ambient Moonlight Arc, der so versöhnlich nach vorne blickt, schließen Pool Season den Rahmen ihrer unbedingt stimmungsvollen, perfekt im Bandnamen und Albumartwork eingefangenen Ästhetik – nur um mit dem nochmal ein Faß aufmachenden Titelsong als Abschluss rustikaler rhythmisierend zu pulsieren: ein Appendix, der hier zwar deplatziert wirkt, das Projekt aber hoffentlich für mehr als eine einmalige Saison fit macht.

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