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Mit Everything Now übersetzen Arcade Fire eine zynisch-pessimistische Sicht auf eine rastlose Welt im digitalen Zeitalter in die ausgelassen tanzende Leichtigkeit des Disco-Seins - an der nicht immer gehaltvoll und geschmacksicher auftretenden Schnittstelle aus Ironie und Banalität.
Eigentlich paradox: Erst der Wunsch von Brian Wilson, nicht mehr auf Tour gehen zu müssen, machte Pet Sounds mitunter überhaupt erst möglich. Ausgerechnet das fünfzigjährigen Jubiläum des die Musikwelt revolutionierenden Beach Boys-Meisterwerks setzt den Kalifornier nun allerdings den Strapazen einer ausgiebigen Konzertreihe aus.
Nachdem es 2016 veröffentlichungstechnisch eher ruhig um die Grind-Grenzgänger von Cloud Rat war, soll sich dies in den kommenden Monaten drastisch ändern: Den Beginn einer ausfpührlichen Split-Staffette macht dabei die Kooperation mit den UK-Kollegen von Moloch, die zudem einmal mehr demonstriert, dass Cloud Rat Experimente in der Kampfzonenerweiterung besser beherrschen, als ein Gros des Genres.
Die neue Single Rabengasse / Mad von La Sabotage ist soeben auf Fettkakao erschienen. Orgel, Gesang, kluge Texte und eine Prise Punk, das Trio aus Linz ist wunderbar – Female Sabotage yes!
Wer die Schönheit von The Antlers bereits am Maximum der dezent schwelgenden Subtilität verortet hat, wird vom so vergänglich schwebenden Impermanence nun tatsächlich eines Besseren belehrt: Zauberstimme Peter Silberman hat mit seinem ersten Soloalbum ein minimalistisches Stück Indie-Reduktion im Geiste Jeff Buckleys aufgenommen.
Mit ihrem so grandiosen - wie stilistisch unkategorisierbaren - offiziellen Debütalbum Ujubasajuba segelten Kairon; IRSE! noch weitestgehend unter dem Aufmerksamkeitsradar hindurch (Sollte dies der Fall sein: Unbedingt im Bandcamp der Finnen vorbeischauen!). Ohne, dass das Quartett aus Seinäjoki sich mittlerweile gravierend handlicher präsentieren würde, könnte sich dies dem (je nach Zählweise) Zweitwerk Ruination nun möglicherweise allerdings ändern.
Am selben Tag mit dem Zweitwerk um die Ecke zu biegen, an dem die nahverwandten The Xx ihr gehyptes Platten-Comeback zelebrieren, zeugt durchaus von Selbstbewusstsein. Nicht zu Unrecht, hat Christopher Taylor doch weiterhin seine Hausaufgaben gemacht und verspekuliert sich auch mit Rennen nicht.
Nach der grandiosen 2015er Sternstunde The Demon Joke verlagern Mike Vennart und Richard A. Ingram im Verbund unter dem British Theatre-Banner mit Mastery ihre Stärken deutlicher hinein in die Elektronik und tauchen damit seit Jahren geschärfte Trademarks in ein neues Licht. Womit British Theatre sich nicht nur bereits auf ihrem lange herbeigesehnten Debüt einen völlig eigenständigen Sound erarbeitet haben, sondern auch mit einigen Songwriting-Sternstunden auftrumpfen: Über allem thront Capra - nicht weniger als eine der schönsten Nummern, die Ingram und Vennart projektübergreifend jemals geschaffen haben. Allein schon wegen dieser 5 Minuten purer Erhabenheit sollte man sich beeilen, und sich die wenigen noch vorhandenen Vinyl-Exemplare von Mastery nicht entgehen lassen. Weil noch besser: Man wird drumherum mit einem der faszinierendsten, detailliertesten und emotional komplexesten Alben des Jahres belohnt.
„R.E.M. und Luna treffen sich in Saint Etienne um im Stereolab nach neuen Formeln für den perfekten Pop Song zu forschen. Das Ergebnis ist saucool!“ attestiert Cis von Crush in unserem Adventskalender dem hochgelobten Fading Lines von Amber Arcades. Und tatsächlich ist das Debütalbum von Annelotte de Graaf ein wandelbarer Triumpfzug von einem mal aufgeweckten, mal traumwandelnden Indie-Popalbum geworden, dass einem nicht nur den Sommer retten kann – sondern ganz generell die Sonne im Herzen aufgehen lässt. Ein wunderbares Stück Musik!
Landless knüpft beinahe nahtlos an den Vorgänger The Captain's Daughter an und erzählt die Geschichte einer einst auf See verlorenen Seele, die nach ihrer Rückkehr feststellen muss, dass es kein Zuhause mehr für sie gibt, so bedrückend wie fesselnd fort. Überhaupt denkt Melynda Jackson die Wege ihrer Band auf dem Zweitwerk von Eight Bells in vielerlei Hinsicht weiter: So unberechenbar der Wellengang zwischen ätherischen Melodiebögen, drückendem Doom und gnadenlos in den Black Metal schielender Ausbrüche auch sein mag, so homogen verschweißt Jackson diesen mit dynamischer Klasse. Womit Eight Bells nicht nur bereits früh im Jahr 2016 die Latte für ähnlich verankerte Alben enorm hoch gelegt haben - sondern auch endgültig als Ausnahmeband etabliert sind.


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