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Das in Berlin (oder doch mal wieder in der Schweiz) angesiedelte mutinationale Kollektiv um Mastermind Robin Staps festigt seine Position an der Speerspitze des Post-Metal mit 'Pelagial' eindrucksvoll. Obwohl Genre-Spezifizierungen für The Ocean spätestens mit dem sechsten Album der Band, ihrem bisher stärksten Gesamtkunstwerk, obsolet geworden sind.
Tatsächlich zügellos sind nur wenige Momente des sorgsam inszenierten Tourauftritts der Eels - aber zum Schluss ist das Orpheum ein beinahe Flaming Lips-würdiges Tollhaus mit tanzendem Schimpansen-Mädchen, grimmigen Türsteher Clown und einer haltlos schauspielernden aufspielenden Rockband in der Hauptrolle.
Der ehemalige Home of the Lame-Denker und Lenker Felix Gebhard schwimmt sich für 'Wise Words For Elmore Bubbles' von einengenden Konventionen und vorgefertigten Songmustern frei, treibt losgelöst zwischen ambienten Soundflächen und experimentellen Folkpophandgriffen. Oder: eine einzelne, über 27 Minuten ausgebreitete Entdeckungsreise.
Der bestens aufgelegte Black Rebel Motorcycle Club bleibt live trotz des logischen Fokus auf dem aktuellen, strauchelnden siebenten Studioalbum sowie einer leicht zerfahrenen Setlist in suboptimaler Umgebung grundsätzlich eine sichere Bank in Sachen Rock'n'Roll-Exzessivität.
Das es die Melvins seit jeher so originell wie überzeugend verstehen sich die Songs anderer Künstler einzuverleiben, davon haben sie schon das eine oder andere Lied von The Who oder Kiss gesungen. Auf 'Everybody Loves Sausage' legen sie dieses Talent konsequent mit der Verneigung vor ihren musikalischen Vorbildern zusammen. Nicht nur aufgrund prall gefüllten Gästeliste ein gelungener Tribut.
Die drei Engländer von Vondelpark hatten es seit ihren Anfängen in der aufstrebenden Rockband Lion Club bis hin zur Neuerfindung als aufstrebende UK-Synthieband nie eilig. Daran ändert sich nun auch mit dem so unaufgeregten, eklektischen Kleinod 'Seabed' nichts. Als würde James Blake mit The Xx einen Cafè del Mar-Sampler basteln.
'Delta Machine' ist eine weitestgehend inspirationslose Nummer Sicher-Angelegenheit geworden, ein halbseidener Vorwand um wieder einmal die alten Hits in ausverkaufte Arenen bringen zu können und ziemlich sicher sogar das zweitschwächste Depeche Mode-Album der Post-Post Alan Wilder-Phase. Einzig: nicht nur nach dem Totalausfall 'Sounds of the Universe' weiß man das dreizehnte Album der Engländer trotzdem zu schätzen.
Kvelertak sagen über den Nachfolger des Metalfeuerwerks 'Kvelertak': "Die Songs sind größer. Die harten Songs sind härter, die poppigen poppiger - und so weiter." Stimmt tatsächlich. Auch richtig: das zweite Album pragmatisch danach zu benennen, was serviert wird: 'Meir', also mehr.
Der Rahmen aus intensiven Start und überragendem Finale hievt das siebte Black Rebel Motorcycle Club-Album locker darüber hinweg, das erste schwache Werk der Lederjacken-Gang zu sein. Die Stagnation zwischen alter Stärke und einer bisher ungekannten Inspirationslosigkeit geht auf der Berg-und-Talfahrt 'Spector at The Feast' dennoch ein wenig auf den Magen.
Es muss das reinste Vergnügen für Neo-Regisseur Dave Grohl sein, nicht nur die aktuelle Creme de la Creme des Metal und Rock in seinem Adressbuch stehen zu haben, sondern sich dazu mit alten Helden auch Kindheitsträume erfüllen zu können. Für die Hörerschaft des omnipräsenten Chef-Sympathisanten mutiert dies auf dem verheißungsvollen 'Real to Reel' zu einem weitestgehend nur souverän-altbackenen Schaulaufen. Was da mit einer drückenderen Produktion alles möglich gewesen wäre.


![Eels, Nicole Atkins [19.04.2013 Orpheum, Graz] Eels, Nicole Atkins [19.04.2013 Orpheum, Graz]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2013/04/Eels-Live-1.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)

![Black Rebel Motorcycle Club, Transfer [04.04.2013 Gasometer, Wien] Black Rebel Motorcycle Club, Transfer [04.04.2013 Gasometer, Wien]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2013/04/BRMC-Live-1.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)





