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Wirklich erwünscht gefühlt hat sich Sturgill Simpson wohl ohnedies nie in Nashville. Weswegen er ohne falsche Verbundenheiten kurzerhand zum ultimativen Outlaw-Mindfuck ansetzt und seinen Unmut über das Business in ein überbordendes Gesamtkunstwerk projiziert: Für Sound & Fury und den dazugehörigen millionenschweren Netflix-Film erfindet sich der Country-Rebell als postapokalypischer Rocker neu.
Wes Scantlin kriegt mit Welcome to Galvania überraschend die Kurve und legt mit dem ersten Puddle of Mudd-Album seit knapp einem Jahrzehnt sogar die an sich beste Veröffentlichung der neu besetzten Band seit dem (nominellen) Debüt Come Clean vor.
Das aktuell größte Problem der Pixies ist gar nicht, dass das triumphale Comeback der Breeders mit All Nerve im vergangenen Jahr sowohl dem tollen Indie Cindy (2014) als auch dem gar nicht tollen Head Carrier (2016) ziemlich deutlich die lange Nase zeigte. Sondern, dass die Rückkehr der Indie-Institution durch Beneath the Eyrie mittlerweile endgültig wie keine sonderlich essentielle Idee wirkt.
Quo Vadis, Wanda? Die Wiener wissen es aktuell offenbar selbst nicht so genau und begnügen sich auf Ciao! deswegen mit einer so penetranten wie unentschlossenen Komfortzonenverwaltung zwischen nebensächlicher Egalität und frustrierender Potentialverschwendung.
Was für ein Line-Up: Die Szene-Schwergewichter Deafheaven, Touché Amoré und Portrayal of Guilt zeigen in der Arena, dass die ambivalent scheinende Schnittmenge aus hymnischem Blackgaze, Melodic Hardcore und unberechenbarem Tretmienen-Screamo doch zu einem stimmigen Ganzen führt.
Die Jugend der Insel ist mit hungrigem Blick mal wieder im eklektischen Sturm und Drang-Modus: Sam Fender feuert mit Hypersonic Missiles das passende Album zu dem vorauseilenden halben Duzend an schmissigen Singles.
Touché Amoré wollen sich von Produzent Ross Robinson aus dem Komfortbereich ihres emotionalen Hardcore holen lassen. Die erste gemeinsame Zusammenarbeit Deflector stellt dafür die Weichen erst einmal ohne letzte Konsequenz.
Dass die Screamo-Urväter trotz ihres ersten Albums seit 18 Jahren in ihrer eigenen Hohheitszone aktuell von zahlreichen Epigonen wie etwa Lord Snow scheinbar mühelos überholt werden reicht offenbar nicht: Larry Records legt mit dem irgendwo zwischen Denkzettel, Spott, Parodie und Lehrstunde veranlagten Jeromes Dream-Bluff X die wohl ultimative Demütigung für LP vor.
Die vier lange Jahre dauernde Albumpause haben Cloud Rat nicht nur für expandierende Splits, sondern auch eine generelle Standpunktverortung genutzt, die auf Pollinator nun ziemlich sicher - mal wieder! - zum bisher stärksten Album der Bandgeschichte führt.
Gouge Away-Drummer Thomas Cantwell hat den mittlerweile ja zu Slipknot abgewanderten Jay Weinberg ersetzt, fügt sich auf (dem ironischerweise mit Masken-Cover daherkommenden) Chicanery aber ansatzlos in das Allastar-Gefüge aus Jeremy Bolm (Touché Amoré), Neeraj Kane (The Hope Conspiracy) und Stephen LaCour (True Cross, Ex-Trap Them) und deren schwindelerregenden Hardcore Punk ein.





![Deafheaven, Touché Amoré, Portrayal of Guilt [20.09.2019: Arena, Wien] Deafheaven, Touché Amoré, Portrayal of Guilt [20.09.2019: Arena, Wien]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2019/09/DS4A8005-e1569170789467.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)




