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Messer sind mittels des brillianten 'Im Schwindel' über furiose Livekonzerte durch 2013 gesurft um letztendlich beim überragenden Zweitwerk und Hitmanifest 'Die Unsichtbaren' anzukommen. Die Münsteraner machen also weiterhin alles richtig - und beweisen nebenbei auch abseits der eigenen Platten Geschmack und Trittsicherheit, indem sie beinahe schon traditionell auch dieses Jahr den Heavypop-Adventskalender eröffnen.
Russian Circles lassen ihren Worten Taten folgen: tatsächlich waren die Gräben zwischen ihren gnadenlos metallischen Riffmassiven und den versöhnlichen, geradezu intimen Momenten niemals tiefer als auf dem fünften Studioalbum der Band. Der Tanz über die darüber gespannten Drahtseilakte gelingt dem Trio aus Chicago dann allerdings folgerichtig auch mit einer beispiellosen Versiertheit.
Die Arctic Monkeys sind von Sheffield nach Los Angeles gezogen, kleiden sich maßgeschneidert und sind mit Wüstenmeister Joshua Homme als musikalischer Vaterfigur erwachsen geworden. All das und mehr unterstreicht das mittlerweile auch schon fünften Album der ehemaligen MySpace-Durchstarter nachdrücklich.
Die lockere Fingerübung des kongenialen Duos umreißt mit viel Humor das schier unerschöpfliche Potential dieses raptechnischen Gipfeltreffens: aus der dunklen Realität heraus sägen Jaime Meline und Michael Render an dem glitzernden Paralleluniversum, in dem Jay Z und Kanye West ihren goldene Thron bewachen.
"Ich möchte lieber ein kleiner Teil von etwas Großartigem sein als ein großer Teil von einem Haufen Scheiße" meinte Joshua Homme um die Veröffentlichung der Songs for The Deaf. Der 40 jährige bleibt als alleiniger Strippenzieher dem einstigen Vorsatz zwar auch auf ...Like Clockwork nur bedingt treu, setzt seine nahezu unüberschaubar ausführliche und prominente Gästeschar aber so gelungen und kurzweilig in Szene wie lange nicht mehr.
Ist 'It’s Up To Emma' das verträglichere Grunge-Album geworden, dass auf den metallenen Parcours 'The Calcination Of Scout Niblett' zwangsläufig folgen musste? Eine zugängliche Rückbesinnung? Oder doch das bisher persönlichste, vielleicht sogar romantischste Werk von Emma "Scout" Niblett? Die Wahrheit liegt letztendlich wohl irgendwo dazwischen.
Man hört 'Modern Vampires of the City' die Kraftanstrengung gegen das Vermächtnis des prägenden 2008er Debütalbums anspielen zu wollen deutlich stärker an als dem 3 Jahre alten Vorgänger 'Contra'. Unter der zerrissenen Fassade eines zusammengewürfelten Patchwork-Albums steht dabei trotzdemverrückter und unheimlich smarter Indiepop, der zwischen Vergangenheitsbewältigung und Aufbruchsstimmung niemandem wehtun wird.
Justin Vernon hat vorerst genug davon mit Bon Iver als Galionsfigur des Folk herzuhalten - und bei dieser Gelegenheit den Bluesrock. Der zwangslose Spielspaß den Vernon mit seinen zwei Kumpels als The Shouting Matches dabei so authentisch versprüht übertaucht dann auch gekonnt etwaige Luftigkeiten im Songwriting.
'Comedown Machine' flacht die qualitativen Schwankungen des zerrütteten Vorgängers zu einem homogeneren Gesamten ab und landet deswegen nicht nur dort, wo wohl bereits 'Angles' als Album hin wollte - sondern erfüllt Julian Casablancas vielleicht insgeheim sogar den Traum, den er für seine Band bereits 2003 gehegt haben muss.
Reichlich Kitsch, ungeniert ausgewalzter Pathos, aufdringliche Gesten und zentnerschwere Romatik im synthetischen Neonlicht der 1980er: die beiden Melodramatiker von Hurts bleiben sich und ihrer Wahrnehmung des Depeche Mode-Vermächtnisses also auch im zweiten Anlauf treu.










