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Nach schier endloser Wartezeit ist es also tatsächlich erschienen, das so lange angekündigte Debütalbum von Liz Harris Shoegazeband Helen. 'The Original Faces' ist dabei jedoch ein Album geworden, dass einem Traum an der Kippe des Vergessens gleich keinerlei Endgültigkeit erschaffen möchte.
Rifforientierter, metallischer und wieder deutlich härter auf der einen Seite, noch himmelstürmender in die Weite ziehend auf der anderen: Deafheaven stemmen die Bürde von 'Sunbather' im Ausformulieren der Extreme, vergessen aber phasenweise auf die Wege dazwischen.
Auch wenn seine unerschöpfliche Produktivität andere Rückschlüsse zuließe: selbst ein Kurt Vile muss sich einmal zurücklehnen, entspannen und in sich gehen. Dann entsteht dabei eine Platte wie 'B'lieve I'm Goin Down'.
Kaum zu glauben, dass seit Born to Die gerade einmal 3 Jahre vergangen sind. Die seit damals zurückgelegte Entwicklung von Lana Del Rey ist jedenfalls eine beachtliche, während die forcierte Gangart ihrer Mainstream-Durchbruchsplatte auf Honeymoon nur noch eine verschwommene Erinnerung an längst vergangene Epochen darstellt. Mehr noch: Gegen das dritte Major-Album der Amerikanerin wirkt sogar der sensationelle Vorgänger Ultraviolence wie eine enorm scharf konturierte Hitschleuder.
Das Lagwagon-Comeback konnte der niemals zur Ruhe kommende Workaholic Joey Cape im vergangenen Jahr mit 'Hang' ja bekanntlich geradezu triumphal von der To-Do-Liste streichen, weswegen nach 5 Jahren Pause auch endlich der Weg zu seinem dritten Soloalbum freigeräumt ist.
So amüsant der die Grundzutaten umkehrende Querverweis auch sein mag: Ob ihr drittes Studioalbum einen ähnlich wegweisenden Status einfahren wird wie Slick Ricks gleichnamiger Hip-Hop-Klassiker, darf ernsthaft bezweifelt werden. Denn ohne Tyondai Braxton als Leithammel oder die auf 'Gloss Drop' akkurate Kompesationsarbeit leistenden Gastsänger verlaufen sich Battles in den akribisch konstruierten Instrumental-Klangräumen von 'La Di Da Di' mit latenter Beliebigkeit.
"Tim Beeler no more, Tim Darcy for ever." heißt es nicht ganz unkryptisch im Pressetext zum zweiten Album der kanadischen Querköpfe Ought. Wo deswegen im ersten Moment die Sorge besteht, auf 'Sun Coming Down' ohne die markanten Moves des elaborierten Frontmannes auskommen zu müssen, folgt jedoch bald die Enthüllung: Der Mann hat sich nur umbenannt. Was insofern passt, da seine Band auf dem Nachfolger des gefeierten 'More Than Any Other Day' auf ganz ähnliche Weise mit irritierenden Sachverhaltem und gemächlich auftauenden Lösungsvorschlägen arbeitet.
Der elegante Softrock des 201er Albums 'Kaputt' hat Dan Bejar und seine Band nach knapp eineinhalb Jahrzehnten des Geheimtippdaseins schlagartig ins Rampenlicht befördert und damit auch Möglichkeiten aufgetan, die 'Poison Season' nun erntet: Destroyer zelebrieren ihren schönklingenden Wohlfühl-Pop formvollendet.
Nach dem Aus seiner Ehe ist der Sebadoh-Chef und Dinosaur Jr.-Bassist Lou Barlow zurück nach Massachusetts gezogen, hat sich dabei offenbar an Sentridoh erinnert und kurzerhand ein ähnlich reduziertes Kleinod von einer unscheinbaren Platte aufgenommen, deren spartanisches Klanggewand schonmal darüber hinwegtäuschen kann, was für ein erfahren-kluges Album 'Brace the Wave' doch geworden ist.
Einen treffenderen Titel hätten Dreadnougt ihrem Zweitwerk kaum geben können: Auf 'Bridging Realms' verfeinert das Quartett aus Colorado sein rudimentär inmitten von Folk, Progressive Rock, Doom und Post-(Black)-Metal zwischen allen Stühlen schwebendes Stilamalgam noch einmal.










