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Während es nach wie vor ein bisschen unglaublich ist, dass sein alter Kumpel Ian Cook mit Chvrches dem Indiepop-Formatradio Synthie-Ohrwürmer am Fließband serviert, bleibt Craig Beaton fernab jeglicher Scheinwerfer der intimen Geste nicht nur treu, sondern perfektioniert sie im Detail.
Überraschungen abseits der etablierten Komfortzone sind nicht das Ding von 'Boysetsfire'. Aber Hey - für stilistische Expansionen und persönliche Innovationen hat sich Nathan Gray ohnedies sein freigeistiges Soloprojekt und die Hassprojektionsfläche I am Heresy geschaffen.
Auch wenn es 'In London' natürlich nicht bedingungslos gelingt, die pure Magie eines Antlers-Konzerts auf Tonträger zu bannen und die regulären Studioplatten für den Heimgebrauch die bessere Wahl bleiben: Einen stimmungsvolleren Mitschnitt als diese limitierte Vinyl-Only-Veröffentlichung der Ausnahmeband von Peter Silberman hätte man sich kaum wünschen können.
Titus Andronicus hätten sich wahrlich leichtere Wege einfallen können, um nach dem enttäuschenden 'Local Business' zu versöhnen, als mit einer 29 teiligen Rockoper in 5 Akten zu erschlagen, die als Distanz wahrende Metapher für Patrick Stickles manische Depressionen dient.
Jetzt endlich auch in physischer Form erhältlich und mit allerhand Zusatzmaterial aufgestockt: die erste Solo-EP des gefühltermaßen mit jedem Jahr immer umtriebiger werdenden I Am Heresy- und Boysetsfire-Sängers.
Auch wenn dies alleine 'Moonlover' nicht automatisch zu einem schwachen Album macht: Wenige Monate bevor Deafheaven ihr heiß erwartetes Drittwerk vorlegen, liefern Ghost Bath all jenen Gegnern der gehypten Blackgaze-Welle wohl das ultimative Kanonenfutter.
Beeindruckt nun die enorme Stilvielfalt, mit der Everything Everything die Dinge knackig und hibbelig halten mehr - oder die Qualität, die hinter dem unterhaltungstechnisch unmittelbar zündenden Songwriting steckt? Fakt ist: In beiden Punkten sind die Briten der Indierock-Kollegschaft mit 'Get to Heaven' mehr denn je zwei Schritte voraus.
Matt Pike sieht auf aktuellen Promofotos nicht nur deutlich gesünder aus als die letzten Jahre über, sondern hat sich sogar dazu überreden lassen, sich permanent ein T-Shirt über den schlacksigen Körper zu werfen. Auf dem siebenten Album seiner Band bleibt dagegen weitestgehend alles beim Alten: High in Fire zementieren mit einem wuchtigen Mehr an Melodiösität ihren Status als moderne Klassiker der Metal.
Dass der zur Gleichförmigkeit neigende, dunkle Melancholie-Minimalismus seiner Stammband nicht alles für Jamie Smith sein kann, stellt der 26 Jährige Londoner bereits mit dem titelentsprechenden, schillernden Artwork von 'In Colour' klar. Die dazugehörigen elf Songs seines Debütalbums entwickeln sich folgerichtig auch zu einem vielfältigen Stilamalgam, dessen Ursprung im The xx-Sound transzendent bleibt.
Courtney Barnett hat auf ihrem wunderbar slackerhafter umherstreunenden Debüt nicht nur den Albumtitel des Jahres auf Lager, sondern auch einige der schlagfertigsten Textzeilen der letzten Zeit. Dass das Songwriting an sich da nicht immer mithalten kann, ist deswegen auch beinahe halb so wild.










