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'Slave Vows' und dessen Appendix 'Avowed Slavery' haben eine Entwicklungsstufe für Joe Cardamones Band gezündet, deren zumindest vorläufigen Höhepunkt nun 'All Things Under Heaven' erreicht: für The Icarus Line werden in ihrer zügellosen, ekstatischen Unberechenbarkeit immer kompromiss- und rücksichtsloser.
Beurteilte man das erste Soloalbum Guy Garveys nach dem, was es sein soll - eine stilistisch befreiende Rundumschau in all die Möglichkeiten, die im Kontext seiner zum Megaseller aufgestiegenen Band Elbow nicht (mehr) möglich gewesenen wären - müsste man 'Counting the Squall' zumindest auf den Erstkontakt hin über weite Strecken gewissermaßen als gescheitertes Experiment ansehen.
Die Bandachse zwischen den zwei Indie-Mächten festigt mit veränderten Grundpfeilern ihre Basis: Nach dem jüngst getätigten Pfarmers Einstand 'Gunnera' von Bryan Devendorf und Dave Seim lässt nun Ex-Menomena-Vorstand und Ramona Falls-Kopf Brent Knopf das The National-Ausnahmebariton Matt Berninger durch ein sympathisch umhertollendes Stück an liebenswert-leichtgängigen Ohrwürmern schweben.
Der Leitbild-Wechsel am Cover ist nicht nur symbolisch zu verstehen. Weniger, weil Protomartyr ihren unwiderstehlichen Postpunk gar zu sehr domestiziert hätten, als dass sie auf 'The Agent Intellect' ein paar Schichten mehr auftragen, die Konturen stärker ziehen und den Blick auf das Wesentliche schärfen.
Nach schier endloser Wartezeit ist es also tatsächlich erschienen, das so lange angekündigte Debütalbum von Liz Harris Shoegazeband Helen. 'The Original Faces' ist dabei jedoch ein Album geworden, dass einem Traum an der Kippe des Vergessens gleich keinerlei Endgültigkeit erschaffen möchte.
Das überraschendste am dritten Libertines Album ist weniger die Tatsache, dass es überhaupt tatsächlich erschienen ist, als vielmehr die Erkenntnis, in welchem Ausmaß es für das englische Quartett funktioniert, seinen jugendlichen Übermut über weite Strecken zugunsten einer zuverlässigen Professionalität abgelegt zu haben.
Es besteht die gar nicht so geringe Chance, dass sich langjährige Fans über die eklatanten Veränderungen im Sound von The Sword entrüsten werden - dabei hat das fünfte Studioalbum der Amerikaner eigentlich ganz andere Probleme mit seiner mutigen, polarisierenden Ausrichtung. So oder so: 'High Garden' ist wohl ein definitiver Jumping the Shark-Moment geworden.
Woran auch das The Arcs Debüt 'Yours, Dreamily,' zwischen Tame Impala, Unknown Mortal Orchestra und Alabama Shakes verankert nichts ändert: Black Keys-Kopf Dan Auerbach war immer schon für Kooperationen und neue Projekte offen - solange sie zu seinen Konditionen passieren.
25 Jahre nach 'Fakebook' holt die Indie-Institution aus Hoboken Zweitgitarrist Dave Schramm zurück an Bord und wiederholt das Konzept der 1995er-Platte: Yo La Tengo covern sich selbst und andere und mischen dazu zwei neue Nummern in den minimalistisch gehaltenen Kanon.
Mit zwei Alben ohne nennenswerte Langzeitwirkung im Rücken holten die Fratellis für 'Eyes Wide, Tongue Tied' mit Tony Hoffer einen alten Bekannten zurück, der gleich mal nahezu alle Kompositionen über den Haufen warf, die das Trio bis dahin für ihr viertes Studioalbum parat hatte. Zu bedeutend mehr als supereingängigen Belanglosigkeiten konnte der Goldesel-Produzent seine schottischen Kunden bei der zweiten Zusammenarbeit allerdings nicht motivieren.










