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Steven Wilsons drittes Soloalbum ist gleichermaßen berauschendes Destillat der eigenen, so unüberschaubaren Mammut-Discographie, wie auch eine fulminant-eklektische Verneigung vor der Geschichte des Progressive Rock an sich.
Vier Randalierer aus Boulder prügeln sich auf ihrem Relapse-Debüt kompakt und atemlos mit modernem Anstrich durch das Erbe von Napalm Death und der ersten Grindgeneration. Sollen da ruhig andere originell sein - das rasante Gebräu von Call of the Void erweist sich als äußerst effektiv.
David Bowie kehrt nach zehn Jahren aus der Versenkung zurück. Im Gepäck hat der Thin White Duke eine zwischen Nostalgie und Anachronismus schwankende Aufarbeitung der eigenen Karriere mittels souveräner Glamrock-Nummern. Und ist das hinter dem frechen Artwork gar ein subversiver Entmystifizierungsversuch des eigenen Schaffens?
Mit 'Songs for Slim' sind The Replacements 23 Jahre nach der letzten Studioalbum automatisch auf der sicheren Seite. Denn für die neuerliche "Reunion" der Minneapolis-Legende stimmte der Beweggrund, es stimmen die Songs und vor allem die transportierte Spielfreude: die Alt-Punk-Rock'n'Roller machen im Vorbeigehen immer noch mehr Laune als so mancher Musiker in der Blütezeit.
Wenn die ohne Scheuklappen so maßlos in allen Möglichkeiten wildernde Stilmyriaden auf 'Open Your Heart' die New Yorker Krachkombo The Men beim erwachsen werden ablichten konnte, dann ist 'New Moon' vielleicht der Schnappschuss, der sie bei der Spekulation um mögliche Aktivitäten im (Un)ruhestand einzufangen versucht.
RVIVR vereinen Gegensätze: Schlicht und ergreifend sind sie. Mehrheitsfähig, aber nicht vermarktbar. Hierzulande auf Yo-Yo-Records erschienen, huldigen die Damen und Herren aus Olympia, Washington nach wie vor dem Prinzip „Indie“, musikalisch wie ideologisch.
Wer ein Genre nicht nur mitdefiniert hat sondern immer noch tonangebend ist, darf sich alle Zeit nehmen, die es braucht: 'Reach Beyond The Sun' ist das erst vierte reguläre Studioalbum im immerhin 18. Bandjahr - Shai Hulud verkörpern darauf abermals alles, was am Metalcore gut und richtig sein kann. Trotz des potthässlichen Photoshop-Covers.
Die schlechte Nachricht vorweg: den Wahlwienern gelingt es knappe 8 Monate nach dem vielversprechenden Debütalbum 'Prometheus Run' abermals nicht, ihre fesselnde Live-Energie im Studio adäquat auf Tonträger zu bannen. Weil Likewise hierzulande aber längst kaum eine andere Band in Sachen Folkrock das Wasser reichen kann, fällt wegen solcher Bagatellen bei derartigen Songs niemandem ein Stein aus der Krone.
Coheed and Cambria schicken Sirius Amory im abschließenden Teil ihres Odysse-Zweiteilers 'The Afterman' wieder nach Hause. Und bestätigen nebenbei den vor knapp fünf Monaten prolongierten Qualitätsanstieg ihres umtriebigen Progrock-Gemischs.
Dass das 15. Studiowerk seiner altehrwürdigen Institution klingen würde wie kein je zuvor von ihm aufgenommenes Album versprach Nick Cave im Vorfeld von 'Push the Sky Away'. Nun weiß man: keine leere Floskel, sondern ein Versprechen. Die Bad Seeds denken 30 Jahre nach ihrer Gründung an Ruhe aber nicht den Ruhestand.










