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Pünktlich zum 70. Geburtstag des vor einem Jahr verstorbenen David Bowie serviert Columbia auf separaten, ausschließlich digitalen Weg nun noch einmal jene drei Songs aus den Blackstar-Sessions, die bisher nur auf dem im Oktober veröffentlichten Broadway-Musical-Soundtrack [amazon_link id="B01L0EIW4U" target="_blank" ]Lazarus: Original Cast Recording[/amazon_link] zu finden waren.
Run the Jewels zeigen allen bereits erstellten Jahresbestenlisten die lange Nase und biegen 6 Tage vor 2017 - und gut einen Monat vor dem anvisierten physikalischen Veröffentlichungsdatum - mit ihrem dritten Studioalbum um die Ecke: "It's a christmas fucking miracle!"
Troy Sanders, Troy van Leeuwen, Tony Hajjar und Mike Zarin verschweißen den Sound ihrer Stammbands auf Echolocation nahtloser als bisher, klingen auf ihrem Debütalbum dann allerdings auch gleichzeitig abgeklärter und unverbindlicher, als es Gone is Gone wahrscheinlich gut tut.
Mit dem Vermächtnis des Mos Def im Rücken und einer turbulenten Geschichte rund um seine Veröffentlichung kann December 99th, die wohl für sich stehen müssende Kooperation von Yasiin Bey und Ferrari Sheppard, eigentlich nur enttäuschen.
Als es schon beinahe so schien, als würde Trent Reznor sein Versprechen (nämlich drei Jahre nach Hesitation Marks neues Material seines Flagschiffs zu kredenzen) brechen, wurde es auf einmal doch noch ein turbulentes 2016 für Nine Inch Nails.
Auf seiner dritten - via Cut Surface erschienen - Platte zählt Bruch seine Dämonen, die er rief. Ein knackiges Album mit Songs, die nie länger als 4 Minuten dauern: Im Herzschlag-Rhythmus mein Album des Winters 2016.
Während die mitreißende Wucht von VHÖL's 2015er-Meisterwerk Deeper than Sky nach wie vor nichts von seinem energischen Reiz verloren hat, ist Schlagzeuger Aesop Dekker längst schon wieder auf anderen Spielwiesen unterwegs: Mit Lorraine Rath und Jessica Way hat er beispielsweise das dritte Worm Ouroboros Album What Graceless Dawn zu einer ätherischen Mediation ausgelegt, während er mit Khodara schon in den Startlöchern scharrt. Was all seine Projekte trotz ihrer stilistischen Vielseitigkeit dabei stets eint, ist dann nicht nur das so wandelbare Drumming von Dekker, sondern vor allem das konstant hohe Qualitätsniveau. Auf eben dieses darf man sich auch bei der Wahl seiner Lieblingsplatten 2016 verlassen.
Anagnorisis unterstreichen mit dem autobiographisch verankerten Peripeteia ihren Ausnahmestatus in der amerikanischen Black Metal-Szene: Mit dem auf dem Leben von Sänger Zachary Kerr basierenden Drittwerk hat die Band aus Louisville eine pure Katharsis vertont, die in ihrer konzeptuellen und lyrischen Konsequenz beispiellos bleibt, während das Quartett das fesselnde Songwriting über einen Reigen aus unerbittlichen Blastbeats und mitreißenden Melodien treibt. Ein Album so intensiv, das es bisweilen schmerzt – und dennoch von einer eigenwilligen Schönheit durchflutet..
Old Lines waren immer schon eine Band, die mit politischen und sozialkritischen Motiven nicht hinter dem Berg hielt. Auf der Kooperations-EP To Build a Fire verschärft sich der Antrieb der Kombo aus Baltimore allerdings noch einmal zusehends, wenn inmitten des bestialisch rasenden Old Lines-Hardcore plötzlich Aktivist, Autor und Uni-Dozent Will Potter den atmosphärischen Raum für eine energische Spoken Word-Performance bekommt. Das Ergebnis ist eine mutige, eindringliche und wichtige Intensivkur über 10 Minuten. Und der gewichtige Anlass, um Mitch Roemer um seine fünf Alben des Jahres zu bitten.
Wenn es noch einen Beweis bedurfte, dass man sich auf die Empfehlungen von Phantom Winter verlassen kann - Als Tier ist der Mensch nichts liefert ihn - als an dieser Stelle übersehenes Jahreshighlight - prompt. Dabei hätte dies mit dem Langspiel-Erstling der Bielefelder ohnedies niemals passieren dürfen: Zu vielversprechend waren bereits die 2013 vorauseilende Demo, auch die Split-Veröffentlichungen mit Sun Worship und Paramnesia. Zudem heben Unru ihre finstere Melange aus rasendem Black Metal und zutiefst atmosphärischem Crust-Wurzeln auf Als Tier ist der Mensch nichts noch einmal derartig nachdrücklich auf eine neue Ebene, dass man sich über hiesige Breitengraden hinaus unmittelbar an die vorderster Genre-Front bewegt. Und nebenbei auch einmal mehr den Beweis erbringt, wozu man in der Sound-Hexenküche der Tonmeisterei so fähig ist.










