Serpent Column – Mirror in Darkness (Rebuild)
Augenscheinlich bekommt die Serpent Column–Diskografie (wohl noch vor 2037?!) ein umfassendes Update unter dem Rebuild-Zusatz – wobei den Beginn Mirror in Darkness macht.
Wobei diese Vermutung keineswegs auf traditionellen Ankündigungen fußt, sondern quasi über die Bandcamp-Pipeline in Aussicht gestellt wurde. Der im Clinch mit Internet-Trollen liegende James Hamzey hat die Kommunikation im Netz mittlerweile ja weitestgehend eingestellt.
Wie dem auch sei: Dass er sich seiner bisherigen Werke noch einmal annimmt, zeugt wahlweise nichtsdestotrotz von einer entgegenkommenden Art – der gravierendste Zankapfel bei den Serpent Column-Alben war ja zumeist der jeweilige Sound. Und dieser wird nun, den Reigen mit Mirror in Darkness eröffnend, eben unter dem Rebuild-Zusatz neu ausgeleuchtet.
Dass das in gewissen Kreisen als moderner Klassiker des Dissonant Black Metal der DsO-Schule firmierende Zweitwerk von Hamzeys Projekt ein archaischeres Artwork spendiert bekommen hat (womit wir übrigens ja beim Theophonos‘schen Reizthema wären), wiegt bei der bisher rein digitalen Veröffentlichung weitaus weniger schwer, wie der neue Mix.
Der Sound der Produktion ist nun nämlich nicht mehr so manisch zusammengepresst wie beim Original, alles hat mehr Raum und die einzelnen Spuren eine differenziertere Dynamik bekommen. Anstatt erschlagen zu werden, darf man nun, nun ja, das Chaos gewissermaßen genießen. Die Platte ist immer noch mehr als die Summe ihrer Teile, doch frisst die Masse nicht die Wahrnehmung.
Klar kann man dabei argumentieren, dass Mirror in Darkness (Rebuild) in der sauberer definierten Version einen Teil seiner essentiellen mystischen DIY-Aura und der geradezu klaustrophobisch erstickenden Malstrom-Dichte vermissen lässt, dass der Wahnsinn greifbarer und leichter zu erfassen strukturierter erscheint. Ja, die 44 Minuten erschöpfen immer noch – unterhalten dabei jedoch gewissermaßen mehr. Das Hören ist weniger Kraftakt, die Synapsen haben Luft in der Komplexität zu atmen und die Reize können jenseits der stänfigen Intensitäts-Überflutung wirken.
Man kann nun die individuelle Parts im Chaos des schwarzen Genre-Lochs besser hören, wahrnehmen und genießen – und Details wie beispielsweise den surfenden Vibe der Gitarren im brillanten Opener Promise of the Polis, die klare Sicht auf Seinsvergessenheit oder das ständig mit der Zunge schnalzen lassende Schlagzeugspiel, das nicht nur in Ausweg um hymnische Apokalypse-Melodien turnt, auf eine bisher unbekannte Art schätzen lernen.
Welche Version des Albums ikonischeres Potential hat, steht insofern ausser Frage – welche die bessere ist, kann jedoch nur eine Antwort bekommen: Beide!


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