Skinsewnshut – …To Quell This Agony
Multiinstrumentalist Grant Matthews wirft den Mathcore seiner bisherigen Projekte (Killing Of A Sacred Deer, Abrupt Deca, False Body) auf …To Quell This Agony in den Post-Djent-
„I have an impossible dream. I want to do a downtempo band it is my fringe passion but I fear that it is too niche.” sagt Matthews und stellt die Dinge weitaus riskanter hin, als sie eigentlich sind.
Klar, die Debüt EP von Skinsewnshut komprimiert seine eigene wirbelnde Vision davon, wohin das hysterische Chaos einer latenten Car Bomb-Faszination im glitchenden Downtempo-Deathcore mit unbedingt konzentrierter Beatdown-Mentalität führen soll. Zäh und frenetisch, heavy und langsam. Tief gestimmt fauchen und quietschen die Gitarren wie die Sirenen einer Nu Metal-Attitüde, die Repetition keift und schreit über chuggy verspult hakende Grooves.
Und dass Matthews den wummernd-droppenden Bass-Sound moderner Filmtrailer lieben muss, ist auch überdeutlich, aber ebenfalls kein Jump the Shark-Motiv.
Doch durch die Math-Sozialisierung bringt der Kanadier dem Eklektizismus tatsächlich auch individuelle Aggressionen bei. Zudem kennt er die richtigen Impulsgeber, um nicht zur konventionellen Austauschbarkeit zu neigen.
Slouch bekommt durch die Vocals von Owen Campeau und Noah Dashney von Entwine bzw. Abrupt Decay eine ausbrechende Brutalität und God Alone tritt mit Michelle Belec (False Body) in punkiger Screamo-Attitüde aufs Gaspedal, skandiert manischer und catchy, bevor Cacoethes sich kakophonisch ausblutet und atmosphärischer gen Dillinger durchatmet.
Abseits dieses Finales lässt …To Quell This Agony jedoch kaum Luft zum Atmen. Was in dieser Konsequenz auch mühsam sein kann, zumal das Songwriting vom Design des Hybrid-Sounds bestimmt wird und keineswegs nach einer „fringe passion“ klingend erfolgreich trendige Schablonen nutzt.
Doch drückt Skinsewnshut via Wax Vessel als ideale, anachronistische Heimat damit auch vielversprechend genug über die Nische und den „impossible dream“ hinaus, dass man zumindest als Szene-Fan zwischen den Punkten liegend wertungstechnischer Hinsicht aufrunden muß.


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