Touché Amoré – Green

von am 19. April 2018 in Single

Touché Amoré – Green

Touché Amoré sind aktuell vor allem mit den Feierlichkeiten rund um ihr beeindruckendes Bühnenjubiläum beschäftigt. In Form von Green hatten Jeremy Bolm und Co. jedoch dennoch Zeit, eine für sich stehende Non-Album-Single überraschend aus dem Nichts attackieren zu lassen.

Zumindest lesen sich die angehefteten Linernotes nicht so, als würden die knackigen drei Minuten tatsächlich Studioalbum Nummer Fünf vorankündigen: „Green was written during the downtime between our anniversary show and the start of the Turnstile tour. We recorded it with Zach Tuch and it was mixed by Ken Andrews.
Klingt eher nach einer interimistisch aus der Hüfte geschossenen Momentaufnahme – die als Standortbestimmung genau genommen ohnedies phasenweise auch eher wie ein Blick zurück in die Vergangenheit von Touché Amoré wirkt.

Immerhin klingt Green wie ein astreiner Hybrid aus dem zugänglicheren Wesen von Stage Four (2016) sowie einer vagen Erinnerung dem gemeinsamen Nenner von Is Suvived By (2013) und Parting the Sea Between Brightness and Me (2011), also der ruppigeren Frühphase der Band.
Am Beginn steht eine straight anziehende Rhythmusarbeit mitsamt einer tollen Basslinie, über die sich eine klare, nostalgisch angetriebene Melodieführung der Gitarren legt und Jeremy Bolm sich mit Leidenschaft zu einem dramatisch aufgebäumten Refrain hinreißen lässt: „It’s simple really, how sad it is„.

Die Intonation in der zweiten Strophe („I want to be a fawn, orphaned young/I want to have grace, to spite everyone„) erinnert in ihrer rezitierten Melancholie mehr noch als das dazugehörige Video an die alten Wegbegleiter von La Dispute, das Anziehende Tempo Richtung Modern Life is War bis zum Schluss gelingt grandios, obgleich am Ende der konventionell strukturierten, schnell zu erfassenden Nummer auch nicht die restlos erschöpfende Katharsis steht.
Green ist ein großartiger Trademark-Song, ein zwingernder kleiner Hit sogar, hätte im Kontext eines Studioalbums (und mit ein bisschen mehr räudigem Pit-Exzess) aber wohl noch besser funktioniert. Aber mal abwarten – vielleicht kommt 2018 ja doch noch ein neuer Langspieler der Band. Einstweilen: Gratulation zum Jubiläum!

 

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