Twin Temple – Paint it Black
Zumindest ein Gutes hat die kein schmeichelhaftes Licht auf Charley Crockett werfende Support-Ausladung von Twin Temple: sie erinnert daran, dass Alexandra und Zachary James ihr tolles Paint it Black-Cover unlängst auch der Allgemeinheit digital zugänglich gemacht haben.
Nach einem gemeinsamen Konzertbesuch mit seiner Frau Taylor Grace und Shooter Jennings zeigte sich Crockett dokumentiertermaßen noch so begeistert von dem ihre Agenda ja nun wirklich nicht subtil nach außen tragenden Ehepaar James, dass er sie handverlesen als Opener für seine Shows buchte. Nun scheint dem 42 jährigen die Sache in Hinblick auf Teile seiner eigenen Anhängerschaft aber verdammt kurzfristig doch zu heikel geworden zu sein. Derweil ein Statement des sich eigentlich ja von niemandem etwas vorschreiben lassenden Clovis-Musikers vorerst noch aussteht, können einem Twin Temple selbst, vor allem aber auch die überhaupt erst wegen ihnen Tickets gekauft habenden Fans, nur leid tun.
Erfreulicher war da vor rund drei Monaten für alle Beteiligten – zumindest jene, die am 31. Oktober 2025 nicht im Wiltern zugegen waren – die Nachricht, dass das Duo seine Interpretation des Rolling Stones-Klassikers Paint it Black auf alle gängigen Streaming-Portale hochgeladen hat: Physisch hat man es ja mit einer typischerweise frustrierend limitiert verfügbaren Platte zu tun („One time only release for their 2025 Halloween show in Los Angeles. Clear with black liquid. Hand numbered and signed on a reverse printed insert.“).
Doch die Version der beiden Satanisten ist spitze – weil sie sich den bereits unzählige Male gecoverten Evergreen praktisch zu eigen gemacht haben.
Twin Tempo drosseln den pulsierend nach vorne gehenden Zug des Originals auf einen verführerisch tänzelnden 6/8-Takt, schwofen soulig und beschwören das dramatische Element der Nummer – ein bisschen so, als hätten Blues Pills einen Bond-Song für eine Winehouse-Doku anvisiert?
Gerade stimmlich beeindruckt die Nummer jedenfalls mit der Bandbreite aus imposanten Röhren und fragilem Schwelgen, derweil die Arrangements mit Orgel und Saxofon wunderbar passen – abgerundet durch einen starken, klaren und wenige retro-affin wirkenden Sound, als man das von Twin Temple gewohnt ist.


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