Animal Collective – Tangerine Reef

von am 25. August 2018 in Album

Animal Collective – Tangerine Reef

Ambient Collective: Ohne den aktuell die Tanzfläche suchenden Panda Bear haben Avey Tare, Deakin and Geologist im Verbund mit dem experimentellen Projekt Coral Morphologic den avantgardistischen Soundtrack für verloren gehende Unterwasserwelten geschrieben.

Tangerine Reef will sich dabei als „visuelles Tongedicht“ verstanden wissen und meint damit eine kaleidoskopische Kunst-Collage, die schwer zu fassen ist, vage und abstrakt seine Form variiert. Eine Projekt, „to commemorate the 2018 International Year of the Reef. Tangerine Reef is a visual tone poem consisting of time-lapse and slow pans across surreal aquascapes of naturally fluorescent coral and cameos by alien-like reef creatures (note: no CGI or artificial enhancement was used in this film). Tangerine Reef is the sight and sound of a literal underwater collective of animals.
Die versammelten 54 Minuten sind insofern pure Mood-Musik für das Kopfkino, reduziert daherkommende Ambient-Klangflächen, deren Eintrag im regulären Kanon der Animal Collective-Discografie als elfter Eintrag durchaus irritiert, gerade nach dem relativen Pop von Painting With – mit dem Tangerine Reef nun übrigens kaum noch etwas zu tun hat.

Viel eher klingen die 13 Tracks, als hätte Avey Tare frühe Animal Collective-Alben der Marke Danse Manatee entlang der soundtechnischen Spezifikationen jüngerer Bandwerke durch die oft krude Obskurität seines Soloschaffens aufgelöst.
Ohne Strukturen, hängend bleibende Melodien, Hooks oder markante Konturen fließen Momente und Szenen auf Tangerine Reef mit trippig halluzinierende Unverbindlichkeit ineinander und passieren wie zufällig typische Trademarks des Kollektivs: Den verhallten Art-Gesang und die psychedelisch-unwirklich wabbernde Elektronik etwa, subtrahieren dafür aber auch jedwede treibende Rhythmik oder griffige Eingängigkeit. Durchaus polarisierend.
Dennoch erzeugt die Soundmalerei in dieser Konsequenz auch ohne die Kenntnis des dazugehörigen Filmes imaginativ abholende Stimmungen und funktioniert in der Summe als ein (merklich zu langes) Gesamtwerk (selbst ohne individuelle kompositorische Highlights) zumindest auf passiver Ebene sogar durchaus einnehmender, als der nominelle direkte Vorgänger. Ob man Tangerine Reef deswegen allerdings auf Sicht auch wirklich öfter hören wollen wird, ist eine andere Frage.

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