Ants!

von am 18. Dezember 2012 in Adventskalender 2012, Featured

Ants!

Die erste Assoziation zum Bandnamen Ants! (auf das ! wird grosser Wert gelegt) sind zumeist soziale, staatenbildende Insekten, die wohl jeder schon einmal in der Küche hatte. In Graz hingegen denkt man jedoch beim Namen Ants! an schnellen Hardcore mit dicker Punk Schlagseite ala Chokin Victim. Also jene Art Lebewesen die jeder gerne in seiner Küche haben würde.

Obwohl erst 2011 gegruendet, hat das Quartett schon einiges auf der Habenseite. Die EP ‚Everything Ants!‚ im Kasten, eine Split EP mit den nicht mindergrossartigen Astpai auf Schall und Rauch veröffentlicht und dazu noch mehre grosse und kleine Touren durch ganz Europa, unter anderem in Deutschland mit Nothington. Schenkt man dem Ox-Fanzine Glauben, waren unsere deutschen Nachbaren mehr als überrascht von jener Energie und Spielfreude an der wir Grazer uns glücklicherweise schon öfter erfreuen konnten. Gitarrist Tom ist nicht nur auf der Bühne sehr gesprächig, auch im Heavypop-Interview war er um keine Antwort verlegen.

Seit wann musiziert ihr?
„Ich denke wir haben alle in unseren frühen Teenie-Jahren zum ersten Mal ernsthaft zu den Instrumenten gegriffen, auch wenn einige Baby-Videos existieren, die ein musikalisches Grundinteresse vermuten lassen (auf Anfrage erhältlich). Zusammengefunden und begonnen zu proben haben wir uns schließlich Anfang 2011. Bernd und ich hatten bereits gemeinsame Banderfahrung in Sense of Time, damals noch ahnungslos über die Tatsache, dass wir schon bald mit Flo, dem blonden Typen, der bei allen Konzerten in der ersten Reihe stand und der auch durch seine Truppe Das Getränk keine Unbekanntheit war, gemeinsam spielen werden. Nachdem wir schließlich als 3-Mensch-Band im Juni 2012 unsere erste Tour gespielt hatten, bei der uns auch der sympathische Engländer Jack begleitete, konnten wir uns selbst nicht mehr ohne ihn vorstellen (bzw. wurden ihn nicht mehr los). Seitdem sind wir in heutiger Besetzung zu viert unterwegs.“

Wie kommt jemand auf diesen dem Bandnamen?
„Ich könnte jetzt Geschichten erzählen wie: „Ameisen sind einzeln schwach, können sich aber organisieren und es mit riesigen Feinden aufnehmen“ oder „Ameisen werden einmal die Welt übernehmen, deshalb sollten wir ihnen früh genug zu huldigen anfangen“ um dem Namen durch ein bisschen Sozialromantik bzw. postapokalyptische Insektenutopie einen tieferen Sinn zu verleihen, aber damit müsste ich lügen. Wir haben bei der Namensfindung einfach gedacht: „Hört sich cool an, ist knackig, und steht im Alphabet relativ weit oben, damit müssen wir in unserer Musiksammlung nicht lange nach unten scrollen und die Chance, dass jemand zufällig unseren Ordner anklickt, wird drastisch erhöht„.
Ich hoffe übrigens durch dieses Interview ein für alle Mal klarstellen zu können: DASS ! (IN WORTEN: RUFZEICHEN) IST NOTWENDIGER UND UNTRENNBARER BESTANDTEIL UNSERES BANDNAMENS. Danke.“

Wie würdest du eure Musik beschreiben?
„Schneller, lauter, unsauber gespielter Punkrock mir Herz.“

Persönliche Vorbilder von euch?
„Musikalische Vorbilder gibt es zahllose. Persönlich kenne ich einige Menschen, die mich inspirieren, beeindrucken und immer wieder aufs Neue überraschen, aber ein wirkliches „Vorbild“ gibt es nicht.“

Fünf Platten, die euch geprägt haben?
Against Me – ‚Reinventing Axl Rose‘
Antimaniax – ‚As long as People Think‘
Rentokill – ‚Anitchorus‘
Astpai – ‚Corruption Concealed Under Deceptive Slogans‘
Choking Victim – ‚No Gods, No Managers

Eure fünf persönlichen Lieblingsplatten 2012?
„Alles von Schall&Rauch, und noch einige mehr!“

Beatles oder Stones?
„Stones. Einfach nur um The Liberation Service zu ärgern.“

Hört ihr eigentlich lokale Bands?
„Natürlich, und ich denke, dass uns nichts mehr geprägt hat als die lokale Musikszene (wie auch aus unseren „Platten, die uns geprägt haben“ ersichtlich). Ich kann mir schwer vorstellen, dass wir jemals überhaupt so begeisterte Musiker geworden wären, wären da nicht die zahlreichen Konzerterfahrungen von Bands wie den Antimaniax, Red Lights Flash, Rentokill, Astpai, und wie sie alle heißen, bei denen wir uns gedacht haben: „Wow, solche Musik entsteht direkt vor unserer Haustür, vielleicht sollten wir das auch versuchen“.
Zurzeit muss sich sagen, dass wir ein Angebot an hochqualitativen Bands vorfinden, die sich quer durch alle Genres auch international messen lassen können, wie es seit Jahren schon nicht mehr der Fall war. Daher kommen wir eigentlich gar nicht an lokalen Bands herum.“

Betrachtest du euch auch zu irgendeiner Art von Szene zugehörig? Wie äußert sich das?
„Ich denke der Begriff der „Szene“ ist negativ konnotiert, wird damit doch oft auf elitäre und nur durch den Gebrauch verschiedenster „Szenecodes“ zugänglichen Strukturen verwiesen, abgesehen von diesen Verknüpfungen finde ich ihn aber eigentlich ganz passend: In den letzten Jahren hat sich kontinuierlich eine „Szene“ junger Musiker_innen und Bands herausgebildet, die in Bezug auf ihre Musik, jedoch quer durch alle Musikrichtungen, sehr ähnliche Einstellungen vertreten, etwa was die Sympathie für DIY-Gedanken, also den Versuch, sich so weit wie möglich durch eigene Bemühungen von gegebenen kommerziellen Strukturen zu emanzipieren, angeht. Oft überschneidet sich dieses Engagement auch noch mit politischem Aktivismus in verschiedensten Formen und geht damit weit über den musikalischen Aspekt hinaus.
Besonders im ostösterreichischen Raum, zum Teil auch darüber hinaus habe ich den Eindruck, dass die einzelnen Bands untereinander sehr gut vernetzt sind und sich definitiv so etwas wie eine Szene gebildet hat, die jedoch offen steht für neue Mitglieder_innen (ich hoffe zumindest dass es so ist). Dieses Netzwerk wird stark getragen von freundschaftlichen Beziehungen untereinander. Es umfasst zahlreiche Personen, die selbst zwar nicht in Bands aktiv sind, aber Shows buchen, Platten veröffentlichen oder einfach nur zu jeder Show kommen. Daher wäre es vielleicht sogar passend (und das ist auch mein persönliches Gefühl), von einem großen Freundeskreis mit einem gemeinsamen Interesse zu sprechen.“

Was könnte besser laufen in der steirischen/Grazer Musiklandschaft? Wo liegen aus deiner Sicht die Probleme?
„Wir können zum Glück behaupten, dass in unserem „Milieu“ zwischen den Bands ein sehr gutes und hilfsbereites Klima herrscht, wenn etwas gebraucht wird, helfen wir uns gegenseitig, vermitteln und buchen Shows füreinander oder stellen unseren Proberaum & Equipment untereinander zur Verfügung. Das ist alles andere als selbstverständlich und vollkommen auf den Einsatz von Einzelpersonen zurückzuführen. Denn von staatlicher Seite aus sind keinerlei Bemühungen oder Förderung zu erwarten: Es fehlt an Proberäumen, geeigneten Auftrittsmöglichkeiten (besonders in ländlicheren Gegenden) und anderen Förderungen, im schlimmsten Fall flattert nach einem selbst organisierten Konzert sogar noch eine Zahlungsaufforderung der AKM ins Haus.“

Thema Zukunftspläne: Stehen neue Veröffentlichungen oder Auftritte in den Startlöchern?
„Wir haben mittlerweile eingesehen, dass es einen Kompromiss geben muss zwischen Auftritten und Veröffentlichen, nachdem Ersteres bis jetzt unsere Hauptbeschäftigung auf Kosten von Zweiterem war, werden wir unserer Prioritäten wohl in Zukunft etwas verschieben und hoffen, dass unsere Anstrengungen bald in einem Album münden werden.

Unsere nächsten bestätigten Shows sind:

21.12. @ Glam Feldbach mit The Liberation Service & The Noise Killed Hearts
04.01. @ Sub Graz (Choking Victim Coverset!)
30.03. @ Musichouse Graz mit Morning Glory

Ants! gibt es auch online unter:

Facebook | Soundcloud | ReverbNation | Bandcamp

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