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Aphex Twin – Computer Controlled Acoustic Instruments Pt2 - HeavyPop.at

Aphex Twin – Computer Controlled Acoustic Instruments Pt2

von am 25. Januar 2015 in EP

Aphex Twin – Computer Controlled Acoustic Instruments Pt2

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Findet Richard D. James auf seine alten Tage etwa Gefallen an einem gar nicht so unfreundlichen Sicherheitsgedanken in seiner Musik? Nach ‚Syro‚ untermauert das dreizehnteilige Rhythmusgerüst-Brainstorming von ‚Computer Controlled Acoustic Instruments Pt2‚ diese Vermutung zumindest neuerlich.

Keine unerwarteten Störgeräusche, keine nervösen Hakenschläge, keine hektischen Finten und malträtierten Hirnficks; noch nicht einmal die mit dem Elektronenmikroskop kompliziert und detailiert übereinandergestapelten Trademark-Digitalschichten, die ‚Syro‚ bereits auf vertraute Art so entgegenkommend machten. ‚Computer Controlled Acoustic Instruments Pt2‚ (ein ‚Part 1‚ existiert natürlich nicht) ist stattdessen eine für Aphex Twin-verhältnisse regelrecht überraschend simpel anmutende Fingerübung geworden und (soviel sei vorweggenommen) wieder nicht nicht per se spektakulär, futuristisch, radikal oder gar weit draußen -was wohl all jenen zusätzlichen Wind in die Segel blasen wird, die bereits dem im höchstem Maße versierten Fanpleaser ‚Syro‚ jedweden Pioniergeist der alten Aphex Twin-Tage absprachen.

Dabei ist der Ansatz der EP dem Titel entsprechend durchaus ambitioniert: James nähert sich wie schon auf dem ‚Syro‚-Closer ‚Aisatsana‚ realen Instrumenten, indem er sie nicht selbst spielt, sondern programmiert. Dass Aphex Twin tatsächlich weitaus weniger Computersoftware für seine Tracks zu benutzen scheint als man gemeinhin annehmen möchte, war konsequenterweise jedenfalls noch nie so deutlich nachvollziehbar wie auf ‚Computer Controlled Acoustic Instruments Pt2‚: alles hier klingt weitestgehend organisch, strukturell aber vor allem schnell nachvollziehbar und trotz seiner Komplexität unter der Oberfläche verhältnismäßig unkompliziert, weil die aufgefahrenen 28 Minuten in erster Linie den Bauch und die Beine ansprechen, nicht primär das Hirn zum rattern bringen (und alleine deswegen auf so vielen Ebenen besser funktionieren als alles, was etwa Squarepusher mit seinem Roboterorchester auf die Beine gestellt hat).

Aphex Twin lässt die Dinge also laufen, folgt Beatkonzepten und legt lose Pianomelodieskizzen über zusammengeschnipselte Rhythmusspuren. Das geht so weit, dass ‚Computer Controlled Acoustic Instruments Pt2‚ mitunter anmutet, als hätte James sich auf einem analog programmierten Sequencer zahlreichen Songideen auf spielerische Weise genähert und dabei eine Trackzusammenstellung geschaffen, die sich auf ziemlich geschmeidige Weise als unterhaltsames Brainstorming der Umstände entpuppt: ‚diskhat ALL prepared1mixed 13‚ groovt so mysteriös wie sexy, ist der Soundtrack für Zeitlupentanzszenen in Film Noir-Thrillern, bevor mit ‚DISKPREPT4‚ kriegerisch klimpernder Suspence in die Kellerbar kriecht. Das kaputt abgewürgte Piano in ‚diskhat1‚ werkt perkussiv und überraschungsarm-eingängig hin zum Hip-Hop-Grundgerüst, fokussierter als es das ähnlich verankerte ‚hat 2b 2012b‚ tut.

Überhaupt bleibt es oft schade, dass hier vieles nur angedeutet, aber nicht ausformuliert wird: das James Blake-affine Interlude ‚piano un1 arpej‚ etwa; die gerade einmal 27 sekündige Cowbell-Party ‚0035 1-Audio‚; der Funk von ‚diskhat2‚; und die 20 sekündige Snare-Marschübung ‚snar2‚ funktioniert dann wie das hektischen ‚disk aud1_12‚ vor allem als Bindeglied im kurzweilig umherspringenden Gesamtkontext.
Die besten Momente gelingen auf ‚Computer Controlled Acoustic Instruments Pt2‚ deswegen auch, wenn etwa ‚DISKPREPT1‚ wie die Annäherung von Aphex Twin an einen Tom Waits Song klingt, ‚disk prep calrec2 barn dance ( s l o )‘ maschinell geweihte Tempelmusik ist, das abschließende ‚hat5c 0001 rec-4‚ ein klein wenig wie ein Radiohead’scher Rückblick auf die Uhrwerksounds von ‚Drukqs‚ wirkt oder ‚piano un10 it happened‚ schon wieder ein wundervolles Pianokleinod ist, von denen Aphex Twin nur zu gerne mal ein komplettes Album ansammeln dürfte. Letztendlich bleibt der Eindruck, es hier mit einem Mittelding aus vitaler Aufwärmübung des Meisters und befreiendem Festplattenleeren des über die jahre angestauten Materials zu tun zu haben

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