Album
Drei Jahre nach dem Debüt Soul Structure greifen die Briten von Higher Power nun für Roadrunner Records nach den großen aus der Zeit gefallenen Hardcore-Sternen. Die Referenzschleuder 27 Miles Underwater kann allerdings weder das hauseigene Niveau halten, noch zu den Labelkollegen von Turnstile aufschließen.
Markov Soroka benennt Slow (ebenso stimmig betitelt) in Drown um und macht mit Subaqueous im Grunde genommen hinter den Grenzen jener Untiefen weiter, in denen Unsleep vor sechs Jahren verschwunden ist.
Algorithm & Blues kommt zu einem denkbar undankbaren Zeitpunkt. Immerhin will doch alle (Metal-)Welt aktuell lieber wissen, wie sich The Good The Bad and the Zugly-Sänger Ivar Nikolaisen auf seiner ersten Zweitjob-Platte als neuer Frontmann von Kvelertak macht.
Eine Premiere, die in direkte Fußspuren tritt und eine Rundumschau ermöglicht: Mit Mercy haben The Men erstmals drei Platten hintereinander in der selben Besetzung eingespielt.
Die Postpunk-Keimzelle Wire auch heute noch an ihren ersten drei wegweisenden Meisterwerken zu messen, macht heutzutage wenig Sinn. Anhand von Mind Hive übrigens mittlerweile nicht mehr nur qualitativ, sondern auch stilistisch.
Nathan Gray und die neue Leichtigkeit des Seins: Eine gehörige Portion Lebensmut und Optimismus mag dem 48 Jährigen Boysetsfire-Vorstand sichtlich gut tun, schmeichelt den Songs auf Working Title allerdings kaum.
Mit Perdida gönnen sich die Stone Temple Pilots zwar wieder einen Albumtitel, fahren auf der zweiten Platte mit Sänger Jeff Gutt dafür aber wohltemperiert das restliche instrumentale Spektrum zurück.
Caspian öffnen viereinhalb Jahre nach dem trauernden Dust and Disquiet die Türe bereits symbolisch am Cover, lassen für das betont hellere On Circles aber neben Gästen auch tatsächlich eine bisher ungekannte hoffnungsschwangeren Optimismus in ihrem Postrock zu.
Nach zwei wirklich guten Synthpop-Alben ist La Roux alias Elly Jackson auf Supervision - ihrem ersten so gänzlich ohne Ben Langmaid entstandenen Werk und dem erst dritten in rund 11 Jahren - knapp vor dem Offenbahrungseid angekommen. Dass ordentlich Umgebungs-Sperrfeuer von dem aufgefahrenen Sonntagmaterial ablenken soll ist insofern nachvollziehbar.
Man muss natürlich schon ein Zyniker sein, um Father of All Motherfuckers als bestes Green Day-Album seit mindestens einem Jahrzehnt zu bezeichnen. Richtig wäre es trotzdem - was aber eigentlich mehr über die vier Veröffentlichungen der vergangenen Dekade aussagt, als über die letztendlichen Qualitäten des dreizehnten Studioalbums der (ehemaligen?) Punkrocker.










