Album
Wer den Witz hinter der Namensgebung der Callous Daoboys (Spoiler) zum Brüllen findet, hat wohl auch gute Chancen, den Humor der siebenköpfigen Band aus Atlanta auf Die on Mars generell zu teilen. Alle anderen können sich zumindest ambivalent am kompetenten, aber vorbildtreuen Metal/Mathcore der Platte aufreiben.
Man findet vielleicht wegen des atemberaubenden Artworks des Mirror Reaper (2017)-Urhebers Mariusz Lewandowski zu Portent - bleiben wird man jedoch wegen der mitunter überwältigendsten Black Metal-Revue des Jahres.
Als eine weitere Record Store Day-Absurdität wäre King's Mouth: Music and Songs aber auch wirklich eine Verschwendung gewesen. Nun erscheint das ursprünglich auf 4000 Vinylexemplare limitierte Werk zumindest in digitaler Form doch noch auch auf breitem Vertriebsweg als offiziell es 15. Studioalbum der Flaming Lips - und ist die eventuell beste Veröffentlichung der Band seit mindestens einem Jahrzehnt.
Western Stars hätte ein aufgelegter Festschmaus nicht nur für all jene werden können, die Nebraska als das heimliche Juwel der Springsteen‘schen Diskografie listen. Doch dann vertändelt der Boss seine grandiosen Songs durchaus frustrierend in einer allzu tranig zugekleisterten Schwülstigkeit - und liefert damit ein zumindest polarisierendes Ergebnis.
Kaum haben sie sich von Danger Mouse losgesagt, läuft es (in künstlerischer Hinsicht) wieder für die Black Keys: Let's Rock gelingt mit Brother'scher Kompaktheit der gepflegt weichgespülte Rock, an dem El Camino und vor allem Turn Blue noch substantiell scheiterten. Auch dank eines geschickt-manipulativen Kniffes.
Widow's Weeds bestätigt die Formschwäche von Better Nature anhand einiger weniger Highlights und der ernüchternden Vielzahl an beliebigen Alternative Rock-Standards, die neben den Silversun Pickups selbst auch Butch Vig zu verantworten hat.
Mittlerweile fühlt sich ja jedes neue Album der Midwest Emo/Indie-Institution The Appleseed Cast ein bisschen wie ein kaum noch für möglich gehaltenes Comeback an. The Fleeting Light of Impermanence ist eines ihrer besten.
Thom Yorke hat seinen patentieren Stil der träumend-pulsierenden Elektronik mittlerweile so weit verinnerlicht, dass er ihn mittlerweile (gemeinsam mit Nigel Godrich) wohl im Schlaf meisterlich produzieren kann. Auf der Strecke bleiben dabei auf Anima aber bisweilen doch auch einmal mehr Emotionen.
Dass wir das offizielle Friendship-Debüt Hatred 2017 übersehen haben, ist nach wie vor unverzeihlich. Auch das permanente Erwähnen als adäquate Konkurrenz zu Genre-Größen wie Palm, Nails, Baptists oder Full of Hell war keine wirkliche Abbitte. Da trifft es sich natürlich gut, dass die Japaner mit Undercurrent einen zumindest ansatzweise ebenbürtigen Nachfolger hinterherschicken.
Die ehemaligen Ethno-Originale von Yeasayer bestätigen mit Erotic Reruns ihren Weg von der einst herausragenden Ethno-Popband zum austauschbaren Plastikeinerlei weitestgehend.










