Album
Ohne gemein sein zu wollen: Boy Harsher klingen (sieben Jahre nach Careful bzw. vier nach dem Soundtrack zu The Runner) auf ihrem Majorlabel-Debüt Get Mean wie eine domestizierte, bravere, blassere und auch langweiligere Version ihrer selbst.
Nomen est Omen: Tom Morello will es mit dem (in einem veritablen Thursday-Lookalike verpackten) Clusterfuck Everyone Gets Everything They Want einem Grossteil seiner Fans Recht machen.
In Folge der Pandemie schienen Protomartyr vor der Auflösung zu stehen. Sechs kurze Jahre (und das gerne unter Wert verkaufte Formal Growth in the Desert als Zwischenspiel) später erfindet sich die Band für Hotel Usona mit Dave Fridmann nun jedoch kurzerhand ein gutes Stück weit neu.
Fünf Jahre nach dem am Piano in sich gehenden Engine of Hell trägt Emma Ruth Rundle den Kampf gegen ihre Dämonen wieder in ihrem angestammten, rockigeren Kontext nach außen. Mehr noch: Breitenwirksamer als auf These Killing Times klang die 42 jährige vielleicht noch nicht.
Neun lange Jahre haben sich God Mother für ihr drittes Studioalbum Köttvärld Zeit gelassen, auch wenn ihnen derweil durch kurze Attacken hier und da keineswegs langweilig wurde.
Vielleicht hat die sich immer wieder neu erfindende Chelsea Wolfe mit The Dark tatsächlich so etwas wie ihr Pop-Album geschrieben. Sicher aber ist es zumindest eines ihrer konsenstauglichstes Werke.
Noch vor dem Ende von Svalbard bleibt Serena Cherry mehr Zeit für ihren in der Pandemie aus der Taufe gehobenen Videogame-Schrein Noctule. Extinguish Thy Flame macht dabei praktisch alles nochmal ein Quäntchen besser, als das 2021er-Debüt.
Der bei Gold Pyramid auch weitestgehend für den Bass und die Synths verantwortlich zeichnende Schlagzeuger Evan Diprima (aktuell primär bei Moon Destroys aktiv, dereinst auch bei Royal Thunder) hat in The Sword-Boss John D. Cronise einen Bruder im Geiste gefunden.
Nach ihrem Ausflug in in die nerdige Giallo-Nische bespielen Uncle Acid and the Deadbeats auf Shapes of Midnight wieder ihr angestammte Hoheitsgebiet - vielleicht sogar so gut, wie seit 2011 nicht.
Neil Young und seine Chrome Hearts finden nach dem fabelhaften - und irgendwo auch prophetisch betitelten - Livealbum Time Explodes auf Second Song zu einer inneren Ruhe und sich selbst.










