Album
James Blake macht den Spagat zwischen dem Rückblick zu seinen Dubstep-Wurzeln auf der einen, und der konsequenten Fortsetzung der seit Assume Form eingeschlagenen Öffnung in den zugänglichen Pop und trendigen Hip Hop auf der anderen Seite. Und dann erschließt Playing Robots Into Heaven doch vor allem auch neue Horizonte.
History Books will geradezu demonstrativ nichts beschönigen: Nach neun Jahren Pause sind The Gaslight Anthem bereit, sich die Hände für ihren Heartland Punkrock wieder schmutzig zu machen.
Neoklassizistische Piano Muzak: Nepo Dad Rob Grant hat rund um seinen 70. Geburtstag nicht viel zu sagen - tut dies auf seinem Debütalbum Lost at Sea aber mit ausgesprochen angenehmer Grandezza.
Ist The Love Invention nun Synth- oder Elektro-Pop, House, Nu- oder Italo-Disco? Egal, Hauptsache es ist mit nonchalantem Understatement, bunter Klasse und viel Stilgefühl tanzbar, findet Alison Goldfrapp.
Samia Najimy Finnerty will die Versprechen der besten Momente auf The Baby mit ihrem Zweitwerk Honey zwar nicht stemmen - was jedoch irgendwo zwischen (Phoebe Bridgers-)Worship und (Billy Eilish-)Tribut dennoch weitestgehend überraschend stimmig funktioniert.
Endlich nehmen die Lemon Twigs - Brian und Michael D'Addario - die Sache mit dem Tribut an alte Zeiten wirklich ernst: das absolut adäquat betitelte Everything Harmony sichert den New Yorkern insofern den Aufstieg in die nächsthöhere Indie-Anachronismus-Liga.
Dieser Tesseract verbindet 6 Flächen über insgesamt 127 Minuten zu einer reichhaltigen Klangwelt: Auch auf ihrem zweiten Album nach If Not Now von 2020 braucht die neoklassizistische Experimental-Künstlerin Meredith Bates nach Superlativen im Volumen um ihre eklektischen Visionen zu artikulieren.
Für Anches En Maat, den Nachfolger des 2017-Vorgängers Chalice Hymnal und den einhergehenden ersten gemeinsamen Studio-Aufenthalt der Band seit 15 Jahren, müssen Grails zwei Dekaden nach ihrem Debütalbum niemanden mehr etwas beweisen.
Synth-Elektropop mit mal mehr, mal weniger deutlichen Darkwave-, Industrial-, Goth- und Hip-Hop-Schraffuren: ††† (Crosses) gehen für ihr Comeback Goodnight, God Bless, I Love U, Delete. (leider zu ausführlich) in die Vollen.
Hundred Reasons kommen nach knapp 16 Jahren mit Glorious Sunset, einem Comeback, das im besten Sinne unmodern geraten und als direkte Verbindung in die Phase nach dem Milleniumwechsel konstruiert klingt, aus der Zeit gefallen.










