Album
Chamber spielen auf ihrem eklektischen zweiten Studioalbum den metallischen Mathcore derart unbarmherzig brutal, dass man selbst beim Zuhören auch sofort den wütenden Slamdance durch massive Wände anreißen möchte: Die 29 Minuten von A Love To Kill For verschwenden jedenfalls keine Zeit und werden nicht nur für Fans von Vein.fm, Boundaries, Knocked Loose, End, Chariot oder Foreign Hands schon jetzt einen heißen Anwärter auf die Szene-Platte des Jahres 2023 stellen.
Loma Prieta haben nach Self Portrait satte acht Jahre gebraucht, um ihr sechstes Studio Album fertigzustellen - nicht nur, weil (alleine von Sean Leary) unzählige andere Spielwiesen von den Beteiligten bedient werden woll(t)en, sondern, weil Last nun eben auch weit über den handelsüblichen Screamo hinaus zieht.
VII reiht sich als zweites Album von Will Haven nach ihrem fabelhaften Quasi-Comeback Muerte von 2018 nahtlos in den bisherigen Backkatalog der Band ein, gönnt seiner bedingungslosen Zuverlässigkeit aber auch eine markant individuelle Färbung.
„Hey mummy, hey daddy/ Who am I?“ fragt Baxter Dury und legt seiner unlängst erschienen Autobiographie Chaise Longue mit I Thought I Was Better Than You eine Handvoll musikalischer Episoden nach.
Zugegeben: Die Features von Chad Kapper und Cameron McBride sind der eigentlich Grund, weswegen man in erster Linie auf das Sleepsculptor-Zweitwerk Divine Recalibration nach dem sehr soliden, aber auch kaum begeisternden Vorgänger Entry: Dispersal aufmerksam wurde.
Zwanzig Jahre sind seit Indestructible - und damit wohl dem unabänderbar letzten wirklichen Rancid-Klassiker - vergangen. Dennoch: Mehr Instant-Ohrwürmer als auf Tomorrow Never Comes hatte die Punkrock-Institution seit damals nicht zu bieten.
Neoklassizistischer, kammermusikalischer Ambient in purer Schönheit: Átta klingt wohl genau so, wie man sich die Rückkehr von Sigur Rós nach dem Ausstieg von Schlagzeuger Orri Páll Dýrason und der Rückkehr von Kjartan Sveinsson im Grunde erwarten konnte.
Die Songs von Bright New Disease heißen nicht umsonst No oder Not Surprised: Boris und Uniform nehmen schließlich das 2020er-Wahnsinnsalbum der japanischen Institution als Grundlage für ihre selten aus der Erwartungshaltung ausbrechende Kooperation - doch lässt sich der Metal nicht immer in kompakte Angriffe bündeln.
Die zweite Soloplatte von Mat Ball sowie Robin Watties Kooperationen mit Thou und The Lord, vor allem aber Leaving None But Small Birds haben zwar keinen Paradigmenwechsel im Kosmos von BIG|BRAVE erzwungen, verändern die ästhetischen Schattierungen von Nature Morte jedoch auf subversive Weise.
Mit Tennis hinein in die Romantik eines zeitlosen Sommers im anachronistischen Flair samt bittersüßer Note: „You point to the trail where the blossoms have fallen/ But all I can see is the pollen fucking me up.“










