Album
Nicht, dass eines der bisherigen drei Studioalben, die Staind-Sänger Aaron Lewis in seinem zweiten Leben als reaktionärer Formatradio-Country-Barde aufgenommen hat, tatsächlich wertvolle Qualitäten besessen hätte. Gegen Frayed At Both Ends erscheinen sie nun aber allesamt wie substantielle Talentproben.
Die schleichende Metamorphose ist abgeschlossen: Perfect Light hat mit Doom kaum noch etwas zu tun und positioniert Patrick Walker vielmehr als Slowcore-Fackelträger - auch im Windschatten des späten Red House Painters-Erbes.
Ambiente Plunderphonics-Elektro-
Die Titelgebung und das Corporate Design-Artwork versprechen es zwar unbedingt, allerdings haben Celeste ihren unverkennbaren Signature Sound des vom Screamo sozialisierten Post-Black-Sludge für Assassine(s) doch spürbar adaptiert.
Die längste Wartezeit (sofern nach der Bankrotterklärung Afraid of Heights vor sechs Jahren wirklich jemand aktiv auf neues Billy Talent-Material gewartet hat?) zwischen zwei Alben der Kanadier ist freilich relativ - so lange wie sich die Teaser-Phase von Crisis of Faith bereits hinzieht.
Yard Act mixen ihren zackig-tanzbaren Post Punk auf The Overload mit eklektizistischen DNA-Versatzstücken der Talking Heads und Sleaford Mods, der frühen Arctic Monkeys und Rakes, Art Brut und Gang of Four, Fontaines D.C. und Parquet Courts.
Das prolongierte Companion Piece ist ein polares Kontrastprogramm: Boris erforschen auf W die konturoffen-esoterische Kehrseite des Wutausbruchs NO als fragmentarische Kaleidoskop-Collage.
Die konsenstaugliche Auftrittsfläche für Chastity - alias Brandon Williams - wird immer breiter, die Reibungspunkte allerdings auch unverbindlicher: Dieser gute Suffer Summer hinterlässt kaum Narben.
Gerade wenn man zu jener Minderheit gehört, die die (hier ja eh immer noch wirkende) Entwicklung von Earl Sweatshirt nach dem (vorläufigen) Zenit I Don't Like Shit, I Don't Go Outside nicht bedingungslos abfeiert, ist SICK! ein absoluter Grund zur Freude.
Weniger enttäuschend als vielmehr überraschend, diese Gedankengänge rund um das Fermi Paradox: Auf Wit‘s End überzeugt Doom-Meister A.L.N. alias מזמור alias Mizmor gerade abseits seiner Kernkompetenzen.










