Reviews
Nach zwölf Jahren bekommt der Diskografie-Nebenschauplatz Digital Shades Vol. I mit DSVII einen weiterblickenden Nachfolger. Das wird aber wohl nur noch den harten Kern der M83- Fanschichten interessieren.
War Schmilco der Einstieg in die (reaktivierte) Solodiskografie von Jeff Tweedy, ist Ode to Joy nun das gemächliche Erwachen zurück zur vollwertigen Bandgeschichte von Wilco. Vor allem ist das elfte Studioalbum der Institution aber ein befriedigender Grower.
Zugegeben: Eigentlich wartet man zwar eher auf ein neues Soloalbum des anderen Alice in Chains-Sängers/Gitarristen. Doch eine reduzierte Reise durch die Zeit mit William Duvall ist an sich auch eine feine Sache. Eine Crux dabei wird von One Alone aber schon im Titel angeteasert.
Psychedelic Space Rock an der Schnittstelle aus vertracktem Post Punk und fuzzschwerem Proto-Doom: Earth Tongue legen drei Jahre nach der Portable Shrine-EP von 2016 mit Floating Being ihr Debütalbum vor.
Das erste Chromatics-Album seit sieben Jahren ist nicht die Platte geworden, auf die man seit 2014 gewartet hat. Es ist aber eine gute Idee, dass sich Johnny Jewel anstelle des wohl zur Sisyphusarbeit aufgeblähten Dear Tommy mit Closer to Grey erst einmal auf die vielleicht bestmögliche Art Luft macht.
Dass Brittany Howard das für ihr Solodebüt zusammengetragene Material abseits ihrer veritablen Stammformation veröffentlicht, macht durchwegs Sinn: Die persönlichen und auch pflichtscheuen Perspektiven von Jaime verlangt experimentelle Freiheiten jenseits der Alabama Shakes.
Finneas O'Connell ist als Produzent und Co-Songwriter maßgeblich für den Erfolg seiner Schwester Billie Eilish mitverantworklich, versucht nun auf seiner ersten eigenen EP jedoch durchaus in die Emanzipation von dieser unvermeidlichen Assoziation zu marschieren. Auf Blood Harmony findet der 22 Jährige vorerst aber nur gut gemachten, rundum soliden, aber auch dezent medioker austauschbaren Formatradio-Pop.
Hunter Hunt-Hendrix drangsaliert seine aktuellen Erfüllungsgehilfen einen Schritt zurück und erzwing zwei zur Seite. Liturgy bleiben auch mit der aus dem Nichts kommenden (Standalone?)Single God Of Love polarisierende Nonkonformisten des experimentellen Black Metal.
Nach dem spacigen Ambient von Sower of Wind konzentrieren sich Rosetta für das nächste Kurzformat Terra Sola wieder deutlicher auf ihre Kernkompetenzen, lassen den brutalen Post Metal über drei freigeistig wandernde Kompositionen aber als Anknüpfungspunkt zum jüngsten Studioalbum Utopioid auch friedlich in umgrenzende Genres weiterwandern.
Cult of Luna finden für A Dawn to Fear vom auf Vertikal (II) herrschenden dystopischen Retrofuturismus (2013) und den endlosen Weiten der Space Oper Mariner (2016) zu einer in sich selbst ruhenden Komfortzone: Das siebente Studioalbum der Band aus Umeå nutzt eine vermeintliche Stagnation als intrinsischen Wachstumsprozess.










