Danko Jones – A Rock Supreme

von am 30. April 2019 in Album

Danko Jones – A Rock Supreme

A Rock Supreme bestätigt: Seit mindestens über eineinhalb Dekaden ist es nun keine Frage mehr, wie wohl das nächste Danko Jones-Album klingen würde. Sondern einzig, wie zwingend das wertkonservative Trio seinen Formel-Baukasten ausbreitet.

Es ist eine Fortführung, nicht Weiterentwicklung. Und eine allmähliche Steigerung. Wir streben nach oben und vorwärts und wollen nicht auf der Stelle treten“ deklariert Danko Jones himself das Wesen von A Rock Supreme, irrt sich dabei allerdings ein wenig.
Gerade nach dem durchaus sehr gelungene(re)n Vorgänger Wild Cat zeigt das mittlerweile neunte Studiowerk seiner (freilich keinen Millimeter vom altbekannten Rock mit Garage-Flair und Metal-Herz abweichenden) Band ein wenig mehr Ermüdungserscheinungen als zuletzt im zutiefst konstanten Muster aus Testosteron, Schweiß, Girls und breitbeiniger Pommesgabel.

Vordergründig, weil Jones entlang einiger fast schon frech offensichtlicher Selbstzitate und allzu plakativ übersteigerter Trademarks diesmal zur Übersättigung neigt, seinen Signature Sound mit Neo-Produzent Garth Richardson entlang eines zu generischen Songwritings aufwärmt und man sich schneller am konsumfertigen Pflichtprogramm ohne Ecken oder Kanten sattgehört hat.
Die größte Hürde liefert (das trotz seines Titels keinen Gedanken an jazzige Progression verschwendende) A Rock Supreme insofern gleich zu Beginn, wenn der programmatische Opener I’m in a Band mit eigentlich nur noch ironisch gemeint sein könnenden 0815-Cowbells seine unstillbare Leidenschaft für Dankos „Job“ hinausbrüllt – dabei aber schon fast wie eine überzeichnete Karikatur vom Reißbrett anmutet, die man entlang der immer gleichen Riffs und Rhythmen so verdammt oft eben schon deutlich besser von ihm gehört hat. Diese Vorhersehbarkeit lässt in Verbindung mit dem nicht erreichten hauseigenen Indikator mittlerweile beinahe automatisch auf Durchzug schalten.
Was man dabei in weiterer Folge nur zu leicht überhören kann: Nicht nur entwickelt sich I’m in a Band nach und nach doch zu einem veritablen Brett, das seinen kaum zu intellektualisierenden Pragmatismus immer entwaffnender in die Breite trägt. A Rock Supreme schiebt (zwar ohne wirkliches Highlight ausgestattet) auch ganz generell einige weitere obligatorische Ohrwürmer und Semi-Hits rund um die üblichen Schlagworte aus dem Schablonen-Laufband.

I Love Love oder We’re Crazy haben catchy Hooks, ungeachtet der Tatsache, dass sie diese in jeweils um die drei Minuten bis zum Erbrechen repetieren. Das etwas variabler aufgestellte Dance Dance Dance lebt nicht nur von seinem schmissigen Groove, während die anvisierte Hymnik von Lipstick City dünn bleibt und Party zumindest unkompliziert Spaß macht, „oh oh oh ooooh!„. Kaum weniger spritzig das countryesk den Hardrock spielende Burn in Hell, wo You Got Today den Pit ohne aggressive Angriffslust ankurbelt und der Schlachtruf You Can’t Keep Us Down archetypische Stärken mit erschöpfender Inspirationslosigkeit ausspielt.
Genau genommen bleibt von A Rock Supreme unmittelbar sogar mehr hängen, als von seinen direkten Vorgängerplatten. Doch will praktisch kaum eine Sekunde eine mitreißende Euphorie auslösen, der Danko-Enthusiasmus kann den Funken nicht überspringen lassen und die Halbwertszeit zeichnet sich rasch als überschaubar ab.
Die elf neuen Stücke sind rund um allzu uninspirierte Austauschbarkeiten wie Fists Up High oder That Girl (die gerade mit Fanbrille dennoch keine tatsächliche Ausfälle darstellen) nicht mehr als routinierte Rechtfertigungen, um die Livesetlisten von Danko zwischen den unsterblichen Klassikern zielgenau mit neuen Standards aufzufüllen. Und diesen Job machen die neuen Songs auch rundum solide. Selbst wenn sie nach der kommenden Tour wider vergessen sein sollten.

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