Danko Jones – Live at Gröna Lund

von am 16. August 2014 in Livealbum

Danko Jones – Live at Gröna Lund

Mögen Danko Jones ihre besten Platten auch längst veröffentlicht haben – live ist das Trio (hier bereits mit Neo-Drummer Richard Knox hinter der Schießbude) immer noch eine Macht. Das erste offizielle Livealbum der Kanadier ist deswegen auch ein furios unterhaltender Start-Ziel-Sieg – allerdings mit mit einem gravierenden Schönheitsfehler.

Live at Gröna Lund‚ erscheint ausschließlich via Spotify und wird keine physische Veröffentlichung erfahren. Was man dann durchaus den weniger erfreulichen Schattenseiten des digitalen Zeitalters zuordnen darf. Zumal sich Danko und seine Gang bei dem Gig im schwedischen Vergnügungspark Gröna Lund in bestechender Form präsentierten. „It’s good to be home“ knurrt der Vollblutmusiker ins Publikum und tritt – angefangen bei ‚Who Got It‚ von der unlängst erschienenen Compilation ‚Garage Rock! A Collection of Lost Songs from 1996-1998‚ –  einen ausgewogenen Querschnitt durch das ganze Repertoire der bluestreuen Garagenhardrocker los: die Klassiker der ersten Platten wie ‚Sugar Chocolate‚, ‚Sex Change Shake‚, ‚Play the Blues‚, ‚Mango Kid‚ oder ‚Lovercall‚ reihen sich nahtlos an die großen Hits wie ‚Dance‚ und ‚Heartbreak’s A Blessing‚, die Aushängeschilder der Alben ab 2006 (‚I Think Bad Thoughts‚, ‚Invisible‚ oder etwa ‚Baby Hates Me‚) sitzen im rasanten Fluss der Setlist deutlich packender als auf den Tonträgern und führen eindrucksvoll vor, dass es die band eigentlich nicht unter breitbeinig kickenden Ohrwürmern macht: die Bühne bringt eben das beste in Danko Jones zum Vorschein.

Während das zumeist stark in der Hintergrund gemischte Stockholmer Publlikum sich an den richtigen Stellen (etwa dem fiesen ‚Cadillac‚ oder dem gasgebenden Metahead ‚Had Enough‚) bemerkbar machen darf, speien die unheimlich tight agierenden Danko Jones im guten, ungeschönten und nicht übermäßig muskulösen Klang des Mitschnitts mit bekanntem Enthusiasmus eine zusätzliche Portion Humor („Thats a Song is about womens legs!“ erklärt Danko, nachdem er das „Legs legs legs – long legs!„-Finale von ‚Legs‚ ausgiebig zelebriert hat), feurige Spielwut (‚Best Good Looking Girl in Town‚ groovt zerreissend, ‚Full Of Regret‚ wirkt weniger hölzern als die Studioversion) und reichlich Herzblut in die Songs, gipfelnd in der erstmaligen Konservierung des unumstößlichen Konzertfinale-Klassikers ‚Bring On The Mountain‚, das selbst abseits verschwitzter Bühnengräben für erhebende Rock’n’Roll-Gänsehautstimmung sorgt: „This heart gets stronger/ this skin gets thicker/ this mouth gets louder!“. Epic!
Alleine diesen knapp zehnminütigen Brocken würde man sich nur zu gerne ins Plattenregal stellen dürfen, wozu es aller Voraussicht nach bis auf weiteres allerdings nicht kommen wird. Die physische Danko Jones-Sammlung wird wohl erst wieder weiterwachsen, wenn der derzeit in der Produktion befindliche Nachfolger zu ‚Rock And Roll Is Black And Blue‚ in die Läden kommen wird. Die öde Veröffentlichungsweise außen vor: eine bessere Überbrückungshilfe bis dahin als dieses 20 Songs-starke und kurzweilige 68 Minuten lange Kraftpacket gäbe es kaum.

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