Das Jahr in Platten mit: KMPFSPRT

von am 3. Dezember 2014 in Adventskalender 2014, Featured

Das Jahr in Platten mit: KMPFSPRT

2014 hätte für KMPFSPRT kaum besser starten können: ‚Jugend Mutiert‚ erfüllte anstandslos die hohen Erwartungshaltungen, die man neben euphorischer Kontertreviews spätestens ab der grandiosen ‚Das ist doch kein Name für ’ne Band‚-EP haben musste. Knappe elf Monate später haben all die aufgefahrenen Punkrock-Hits der Platte nichts an ihrer Durchschlagskraft und Dringlichkeit verloren, im Gegenteil. Dass auch 2015 für das Quartett groß losgehen wird, ist da beinahe die zwangsläufige Konsequenz: die gemeinsame Split-Single mit Boysetsfire steht bereits in den Startlöchern, sieht schick aus und ist auch noch für einen guten Zweck! Einstweilen gibt Gitarrist David am dritten Tag des Heavypop Adventskalender allerdings noch ein paar Empfehlungen für 2014 ab.

The Menzingers – ‚Rented World
Als Jawbreaker nach ‚Dear You‚ aufgehört haben Musik zu machen, dachte ich, dass die Welt untergeht. Gut für mich, dass es grad mal knapp 20 Jahre gedauert hat, bis The Menzingers ein Album machten, dass für mich alles hat, was ich an Jawbreaker immer so geliebt habe: Außergewöhnliche Harmonien, großartige Texte und eine wahnsinnig tighte Atmosphäre, die sich komplett durch ‚Rented World‚ zieht. Außergewöhnlich großartig auf allen Leveln.

Weezer – ‚Everything Will Be Alright in the End
So wie wahrscheinlich alle ‚Pinkerton‚-Fans der ersten Stunde, hatte ich Weezer längst aufgegeben. Zu viele mittelmäßige bis unerträgliche Alben voller uninspirierter Songs, die eines Jahrhunderttalents wie Rivers Cuomo niemals würdig waren. Und dann auf einmal das! Fast jeder Song auf ‚Everything Will Be Allright in the End‚ ist ein unfassbarer Weezer-Hit, der mich bis in den Schlaf verfolgt und am nächsten Morgen direkt wieder da ist. Endlich macht Rivers wieder das, wofür wir ihn lieben: Ultramelodische Zuckerpop-Melodie-Hymnen, die süchtig machen. Ganz großes Spätwerk.

The Smiths Street Band – ‚Throw Me in the River
Eigentlich unfassbar, aber fast hätte ich mir die Smiths Street Band gar nicht angehört: Der Bandname klang einfach zu sehr nach der nächsten Ex-Punker-macht-Springsteen-Musik-Band. Zum Glück machte unser Bassist Dennis irgendwann im Bus ‚Throw me in the River‚ an, und ich war weggeblasen. Wie unverschämt gut ist bitte dieses Album? Irgendwo zwischen rauem Männerpunk und sensiblem Storyteller-Folk erobern sich die Australier ihren eigenen Platz in der Geschichte und sorgen dafür, dass selbst alte Säcke wie ich nochmal über ihre Bandnamen-Vorurteile hinwegsehen können. Vielen Dank dafür!

Morrissey – ‚World Peace Is None of Your Business
Ich weiß noch nicht mal, ob es wirklich am neuen Album liegt, oder daran, dass es einfach Morrissey ist, aber ich kann seine Songs einfach nicht NICHT hören. Irgendwas ist da in seiner Stimme, in seinen Texten, das mich trotz aller Kontroversen immer wieder packt und an einen Ort führt, an dem ich war, als ich mit 18 zum ersten Mal ‚Louder Than Bombs‚ der Smiths gehört habe. Klingt vielleicht pathetisch, passt damit aber ganz gut zu Morrissey und seinen Alben. Auch wenn er ‚I’m not a Man‚ natürlich von Propagandhi  geklaut hat!

Modern Baseball – ‚You’re Gonna Miss It All
Ich liebe Punk, wenn er nerdy ist! Und mehr Nerd als Modern Baseball geht kaum. Wahrscheinlich würden viele die Musik auf ‚You’re gonna miss it all‚ noch nicht mal als Punk durchgehen lassen, aber hey: Der Bassist trug live ein Ramones-Shirt! Ansonsten brennen Modern Baseball hier ein Poppunk-meets-Indie-Folk-Feuerwerk ab, dass mir das Gefühl gibt, nochmal 17 zu sein und all den Mädchen hinterherschmachten zu dürfen, die ich eh nie bekommen werde. Außer, ich spielte (bei) Modern Baseball.

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Herzlichen Dank an David/KMPFSPRT für die Teilnahme am Heavy Pop Adventskalender – und natürlich auch Linda (im Speziellen) und Uncle M (im Allgemeinen und Sowieso!) für all die Freundlichkeit!

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