DMA’s – For Now

von am 8. Mai 2018 in Album

DMA’s – For Now

Zweiter Durchgang im Britrock-Revival aus Down Under – diesmal in noch unverkrampfter und einer Einflussschneise, die über das Vermächtnis von Oasis hinausblickt: DMA’s sorgen zumindest For Now für eine Schippe an schmissigen Ohrwürmern.

Wenn es darum geht, den Madchester-affinen Sound der 90er adäquat zu reproduzieren, haben sich DMA’s aus Sidney mit ihrem Debüt Hills End zuverlässig – und ja, auch nur bedingt nachhaltig! – in Stellung gebracht.
Daran ändert sich auch mit dem erfrischend unkomplizierten For Now wenig, im Gegenteil: Das Zweitwerk der effektiven Copycats kommt noch lockerer aus der Hüfte geschossen und funktioniert anhand seiner leichtgängigen Unangestrengtheit damit auf Sicht sogar um das Quäntchen schlüssiger als das bemühter agierende Debüt – weniger auf individuelle Highlight-Singles fixiert gerade auch auf Gesamtlänge.

Dabei leistet sich das Trio nicht nur grundsätzlich die Achillesferse, beinahe jeden Song zu ausführlich zu strecken und entlang einer austauschbaren Beliebigkeit plätschern zu lassen, nein, For Now geht hinten raus generell auch im flachen Gefälle ein wenig die Luft aus: Die nett dängelnde The Cure-Verbeugung Tape Deck bleibt etwa ebenso eindruckslos wie der mit einem Softrockpiano ausgestattete Füller Health oder das laue Lüftchen von einer Möchtegern-Hymne, das Emily White darstellt.
Selbst in diesen dünnen Schwächephasen beweisen DMA’s aber ein nonchalant sympathisches Charisma, zudem überzeugt das Momentum von For Now ansonsten ohnedies über weite Strecken.
Da klingen Ohrwürmer wie der Titelsong oder Break Me, als hätten die Stone Roses im Verbund mit Johnny Marr eine C-Seite von Oasis entdeckt, während die flotte Melancholie des Hits Dawning und die bedächtige Hymnik von Time Money wie gemacht für kommende Sommerplaylisten erscheint.

Die entspannt-reduzierte Sehnsuchts-Ballade In the Air räkelt sich dagegen in der Nachmittagssonne am Strand und gleitet langsam in einen romantischen Traum über, wo locker-flockige Schunkler wie Warsaw oder das verspielt-liebenswerte Lazy Love betören und auch handzahme Bagatellen (Do I Need You Now) unverbindlich einnehmend im Hintergrund laufen: Das ist dann alles ebenso wenig spektakulär wie eigenständig, aber eben ein weiteres Mal auf gefällige Art unterhaltsam.
Ob es expandiere Ansätze wie den Synthschleier In The End überhaupt gebraucht hätte, hinter dem DMA’s eine sphärisch veranlagte Nummer etwas zu eindimensional auf die stampfende Wave-Tanzfläche stolzieren lassen, bleibt insofern Geschmacksache – öffnet dem blaupausenden MO der Band aber zumindest neue Perspektiven.

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