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Hot Water Music / La Dispute [18.06.2012 Arena, Wien] - HeavyPop.at

Hot Water Music / La Dispute [18.06.2012 Arena, Wien]

von am 19. Juni 2012 in Featured, Reviews

Hot Water Music / La Dispute [18.06.2012 Arena, Wien]

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Schön, wenn sich beinahe acht Jahre Wartezeit auszahlen: Hot Water Music setzen in der Arena zur furiosen Thronverteidigung des hemdsärmeligen Punkrock an und küren die Songs von ‚Exister‚ als absolute Livegranaten.

Da mag man noch sehr darüber gemosert haben, dass Hot Water Music sich auf ihrer eigentlich durch und durch superben Comebackplatte ‚Exister‚ eindeutig zu ergiebig in die Zelebrierung ihrer Killerrefrains suhlen: wenn da ein ‚Drag My Body‚ von der Bühne stürmt und dutzende Kehlen inbrünstig mitgröhlen, könnten diese Momente freilich ewig dauern. ‚State of Grace‚ und ‚Mainline‚ bestätigen sich neben der ersten Vorabsingle im Livegewand dann auch als die ganz großen Gewinner der aktuellen Platte, welche den Härtetest auf Tour locker überstehen und durch die pulsierende Unmittelbarkeit noch zusätzlich an Qualität gewinnen. Die Schlagzahl an den älteren, hymnischen Hits ist freilich noch höher: ‚Remedy‚, ‚Trusty Chords‚ oder ‚A Flight And A Crash‚ sind schnell abgehakt und lassen Stimmbänder wund werden, ‚Giver‚ bleibt der nahtlos integrierte Ausreißer von ‚The New What Next‚. Die tighte Spielfreude der wiedervereinigten vier Gainesville-Legenden Ragan, Wollard, Black und Rebello in traumhaftem Zusammenspiel schwappt dabei ungeachtet des Ausgangmaterials von der ersten Sekunde an energiegeladen über das ausgehungerte Publikum herein.

Dass es ein derart makellos von 0 auf 100 startender Triumphzug für Hot Water Music werden würde, darauf hätte man anhand der Publikumsreaktionen bei den beiden Vorbands nur bedingt Wetten wollen: die Wiener Black Books spielen als erste Anheizer überzeugend ein souveränes Programm zwischen Hardcore und Punk, rhythmisch aber leider gar zu oft den leichtesten Weg gehend: dass die zweite Gitarre zu sehr im Gesamtsound untergeht ist da weniger das Problem, als dass Black Books stets den direkten Zug zum stampfenden Beat nehmen und mit etwas variantenreicherem Spielwitz am Schlagzeug ihr Potential noch nachhaltiger bedienen könnten. Nichtsdestotrotz: Live kickt das mit Schmackes und unterhält im Rahmen, das Publikum dankt artig. Dass Black Books den Bogen zum Hauptact im Gründe sogar dankbar spannen, müssen dann die dezent deplatzierten Senkrechtstarter von La Dispute am eigenen Leib erfahren: Die fünf aus Grand Rapids spielen sich versiert und leidenschaftlich vordergründig durch ihre beiden Sensationsalbem ‚Somewhere at the Bottom of the River Between Vega and Altair‚ und ‚Wildlife‚, der Funke zum Publikum springt jedoch nur langsam und tatsächlich unhaltbar erst beim Schlusspunkt ‚King Park‚ über. Dass der Durchbruch im letzten Jahr vor allem Fanvolk abseits der Hardcoreschiene angespült hat, tut ihr übriges: vordergründig weibliches Publikum lehnt in der ersten Reihe um gelegentlich in Jordan Dreyer’s Sangesschwall einzustimmen, statisches Wanken ist der verbreitete Bewegungsablauf, die Absperrung vor der Bühne sorgt für zusätzliche Distanz. So bleiben zackigen 30 Minuten leider ein halbgarer Beigeschmack für den die Band nichts kann, der aber unter den passenden Begleitumständen bald korrigiert werden kann.

Wie wichtig das „passende“ Publikum für die allgemeine Stimmung ist, zeigt sich spätestens, als die für La Dispute gekommenen Zuseher nach hinten wandern, der Altersschnitt vor der Bühne marginal aber doch erkennbar steigt und schnell die ersten schweißnassen Leiber über die Masse getragen werden. Fäuste werden in die Luft gestreckt, die Textsicherheit der Fans getestet, die Stimmung bierselig in Stadionnähe transferiert und Lieblingssongs am Fließband geliefert: das Hauptaugenmerk liegt fünfmal auf neuem Material, von ‚Rooftops‚ über ‚Wayfarer‚ bis hin zu ‚Paper Thin‚ ist trotzdem beinahe alles dabei womit Hot Water Music  nach der Jahrtausendwende in die Herzen ihrer Fans gespielt haben. Dass die eingeplante Spielzeit von eineinviertel Stunden trotz ausgiebiger Zugabe letztlich spielend unterboten wird, stößt niemanden sauer auf: Hot Water Music präsentieren sich in Bestform, die Setlist als Best-of der jüngeren Bandgeschichte, dargebracht im atemlosen Rausch. ‚Turnstile‚ und ‚Our Own Way‚ bleiben in ihrem Alter Ausnahmen ohne angesetzten Staub und spätestens beim unsterblichen ‚It´s Hard To Know‚ brennt ohnedies die Luft. Wasserflaschen werden von der Bühne gereicht, herzliche Danksagungen an die „Hot Water Music Familie“ ausgesprochen. Und so kitschig das auch sein mag – etwas familiäres hat das alles dann tatsächlich, wenn Besucher außerhalb des Pits der darin wild feiernden Meute Erfrischungen anbieten – da bekommt der gern strapazierte Begriff des Gemeinschaftgefühls nicht nur ganz neue Dimensionen. Da werden auch unvergessliche Erinnerungen geschaffen.

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