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John Travolta and Olivia Newton-John - This Christmas - HeavyPop.at

John Travolta and Olivia Newton-John – This Christmas

von am 20. November 2012 in Album

John Travolta and Olivia Newton-John – This Christmas

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Jain, Scientology feiert Weihnachten. Was bedeutet, dass man knapp 34 Jahre nach Grease auch ordentlich Kohle damit verdienen kann. ‚This Christmas‘ ist nicht nur deswegen ein irritierendes Machwerk – aber vielleicht musikalisch trotzdem das optimale Sinnbild, was an Weihnachten mittlerweile alles falsch läuft, wenn man so will.

Auch in diesem Fall verrät das Albumcover eigentlich alles: zwei zu Fratzen mutierte Gesichter prosten in inszenierter Eintracht und Idylle vor einem perfekt arrangierten Weihnachtsszenario – das könnte man zynisch natürlich auch „herrlich altmodisch“ nennen. Wie dem auch sei: sowohl Olivia Newton John als auch Jon Travolta legitimieren (?) ‚This Christmas‚, indem dem Erlös karitativen Stiftungen (Jett Travolta Foundation und dem Olivia Newton-John Cancer and Wellness Centre) zugute kommen soll, Scientology beliefert hiermit also guten Gewissens sowohl nostalgische Fans von Danny Zuko und Sandy Olsson als auch Freunde schmusiger Weichspühlweihnachtssongs. Denn was man leicht übersehen kann: hier finden sich eben auch elf Interpretationen klassischer Christmas-Songs. Und wie bereits erwähnt: die klingen in etwa so, wie das Albumcover aussieht.

Gestelzt, inszeniert, gallig darf man sagen, vor allem aber: unnötig. Denn „klassisch“ bedeutet hier eine zutiefst auf Nummer sicher gehende Produktion, die schon auch die Frage aufwirft, weswegen man sich das antun sollte, wenn man das ganz ähnlich nicht auch viel besser haben könnte. An allen Ecken und Enden ist man bemüht, einen möglichst intim wirkenden, einfühlsam gemeinten Rahmen zu stecken, zarte Streicher, galante Bläser und perlende Pianosoli runden das Geschehen handzahm ab. Der Titelsong hat da mit seinem leichten Funk schon beinahe etwas pornomäßiges, ‚Baby It’s Cold Outside‚ versucht dann gar zu angestrengt keck und launisch amüsant zu wirken. Die ‚Silent Night‚ feiert das Duo offenbar in den Highlands, der Schmalz tropft von Newton-John’s Stimme, die ätherische Synthiewand im Hintergrund irritiert zusätzlich. Und doch sind vor allem die Stimmen der beiden Schauspieler definitiv die markantesten, auf der Haben-Seite zu verbuchenden Pluspunkte von ‚This Christmas‚. Vor allem der mittlerweile um einiges tiefer intonierende Travolta darf mit butterweicher Schmeichelstimme gerne den Bogen überspannen, Newton-John neigt – wie offenbar elf von zehn Sängerinnen auf Weihnachtsalben – zu übertriebener Phrasierung. Wenn in besagtem ‚Silent Night‚ gen Ende plötzlich der Kinderchor zur Marschrhythmik einstimmt, darf da doch ganz schwummrig-sentimental in den Sternenhimmel geblickt werden.

So schleppt sich ‚This Christmas‚ über seine weitere Spielzeit in eben solcher inbrünstiger Hochglanz-Einkehr von Klassiker zu Klassiker, in Nummern wie dem jazzig-swingenden ‚Winter Wonderland‚ zeigt sich immer wieder das theoretisch vorhandene Potential, praktisch aber immer zu weit im unehrlichen, kalten Kitsch verankert. Das klingt in den dickflüssigsten Momenten nach ausladender Disney-Sülze. Und wenn Newton-John am Ende hysterisch kichert, hat das nichts süßes, sondern bloß Gruselstimmung pur – überhaupt wirken vor allem die permanent eingestreuten „Unterhaltungen“ der Musiker seltsam inszeniert und verstörend.  Die versammelte Gästeriege (Barbara Streisand, Tony Bennett, James Taylor, Kenny G, Cliff Richard & Chick Corea) fügt sich hingegen brav in das Geschehen, und mit viel Wohlwollen kann man das guten Gewissens zur Untermalung in Hollywood-Weihnachtskomödien oder mit Endorphin vollgepumpten Shopping-Zentren zur Hintergrundbeschallung laufen lassen. ‚I Think You Might Like It darf hingegen da wie dort ohne Hadern geskippt werden: John Farrar hat im Gedenken an ‚You’re the One That I Want‚ einen lahmenden Rocker mit großen Zielen aber kleiner Melodie geschrieben, der noch nicht einmal den Anstand hat, Geschmack zu beweisen. Womit die gutgelaunte Untat eigentlich in bester Gesallschaft ist. „We want to make a lot of people smile and happy.“ sagt Newton-John. Traurig, dass zweiter Punkt kaum in Greifweite kommt, erster alleine durch das Albumcover vorprogrammiert ist.

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