Merchandise – 2010 – 2011: Gone Are The Silk Gardens Of Youth

von am 15. Juni 2020 in Compilation

Merchandise – 2010 – 2011: Gone Are The Silk Gardens Of Youth

Merchandise kompilieren mit Gone Are The Silk Gardens Of Youth ihren Non-Album-Backkatalog aus den Jahren 2010 und 2011 auf, diesmal allerdings ohne exklusives, bisher unbekanntes Material.

Den Großteil der zweiten Archiv-Sichtung nach What I Wanted stellt die titelstiftende  Kassette Gone Are The Silk Gardens Of Youth, dazu hängen sich das spacig aus den Synthies mit der Dissonanz flirtende Silver Jews-Cover Dallas (ursprünglich auf 40 Exemplare limitiert und später auf der – hier leider nicht auch durch den Titeltrack vertretenen – Es Muerte EP wiederverwendet) sowie eine Noise-zerfressene, sedative Demo-Version von I Get Lost (als offiziell erster Merchandise-Song, der Loops und Elektronik benutzt), der auf der Split mit Deluxin sowie dem neu aufgenommenen Strange Songs in the Dark zu finden sind – also allesamt Trabanten jenes ersten offiziellen Albums der hier als Duo auftretenden Band.

Das aktuelle Mastering ändert übrigens wenig an den Gegebenheiten: Der Sound von 2010 – 2011: Gone Are The Silk Gardens Of Youth ist so LoFi wie nur erträglich, quasi eine extrem schäbige Suicide-Perspektive auf den Punk der 80er, selbst wenn sich wie in Locked In The Dark (Boulders Meets Merch Rockers Uptown) ausnahmsweise eine Art griffiger Ohrwurm herauszulösen scheint, zersetzen Merchandise diesen im diffusen Soundbild, das mit den Möglichkeiten der Manipulation exzessiv zu experimentieren beginnt, phasenweise so abseitig dröhnt, als würde es in anderen Sphären ohne Konturen stattfinden.

Das Material „manages to maintain a very personal and organic feel despite the physical and temporal distance between the two creators. Many moments on this release reference the band itself – sampling “It’s a Man’s World” from the first demo to make “Everyman”. The dubbing, the referencing, the self-referencing in a feedback loop… The band starts to recognize its own reflection and decides to let the shadow drive.“ erklärt die Band selbst in den interessanten Linernotes. Wer halluzinogene Taten wie die motorische Trance von Nite Job oder das kontemplativ Geplänkel Aldo’s Theme auf seinem Weg zur Komplettisten und Archivar also erst entdecken will, kommt um diese Songsammlung also auch ohne Exklusivität nicht herum.

Print article

1 Trackback

Kommentieren

Bitte Pflichtfelder ausfüllen