Rise Against – Nowhere Generation

von am 19. Juni 2021 in Album

Rise Against – Nowhere Generation

Einmal mehr keine Überraschungen, diesmal jedoch eher wieder ein wenig ins positive tendierend: Rise Against haben für Nowhere Generation wieder einmal ihr politisches Punkrock-Fließband angeworfen.

Seit mittlerweile auch schon zehn Jahren kochen Tim McIlrath und Co. ihre bis zum massentauglichen The Suffer & The Witness perfektionierte Formel bekanntlich eher schlecht aus recht auf, bedienen ohne Entwicklung ihre Trademarks im brav gewordenen Signature Sound, gefällig und phasenweise arg zahm nach Schema-F.
Auch für Nowhere Generation wird von den Texten bis zur Musik wieder jedes Element aus einem formelhaft in der Komfortzone abgestellten Baukasten gezogen. Es werden im Songwriting keinerlei Risiken eingegangen, von Melodie-Portfolio bis zu den Strukturen und selbst Songlängen ist jeder Aspekt genormt.

Und dennoch kann der Band wieder ein kleiner Qualitätsanstieg attestiert werden, die Chancen stehen nicht schlecht, dass das neunte Studioalbum einen etwas weniger schnell vergessenen Eindruck hinterlassen wird, als die drei Vorgängerplatten – selbst wenn hier kein Moment interessant genug ist, um das Bedüftniss zu wecken, ihm unbedingt öfter begegnen zu müssen. Doch immerhin funktionieren Animations-Attacken wie Broken Dreams, Inc. wieder solider als zuletzt. Standards wie Monarch zeigen einen knackigen Elan und derAutopilot von Sounds Like ebenso viel Effektivität wie Dynamik.

Auch wahr ist allerdings: Obwohl nichts an diesen 42 Minuten tatsächlich schlecht ist (gut, die Metal-Nuancen in Sudden Urge bleiben Pastiche; der Titelsong biedert seinen Refrain am Foo Fighters-Stadion an; Forfeit wandert vom Pathos-Lagerfeuer irgendwann ungeniert zu kitschigen Arrangements und der „Ohohoooo“-Brechstange; und alleine Sooner or Later ist schon ein arg belangloser Singalong) und sich Nowhere Generation gut und problemlos am Stück durchhören lässt, kennt man all das, was Rise Against hier machen, eben auch schon deutlich besser von der Band. Das lässt sich verschmerzen, weil das Quartett (diesmal wieder unter der Ägide von Bill Stevenson) seinen Job einmal mehr einfach zuverlässiger erledigt, als das Gros der Konsorten: Rise Against können immer noch, was sie tun.Das ist mit Fanbrille gut, nüchtern betrachtet aber eigentlich längst egal.

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