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Dass die Screamo-Urväter trotz ihres ersten Albums seit 18 Jahren in ihrer eigenen Hohheitszone aktuell von zahlreichen Epigonen wie etwa Lord Snow scheinbar mühelos überholt werden reicht offenbar nicht: Larry Records legt mit dem irgendwo zwischen Denkzettel, Spott, Parodie und Lehrstunde veranlagten Jeromes Dream-Bluff X die wohl ultimative Demütigung für LP vor.
Zwei Jahre nach ihrem bisher wohl zugänglichsten Ungemach Contact steht Margaret Chardiet nicht mit dem Rücken zur Wand, hat aber unfairerweise aktuell doch die Übermacht von CALIGULA im Nacken. Vielleicht versucht Devour ja deswegen ein wenig zwischen den Stühlen sitzend garstigere Krallen zu zeigen.
Spätestens im zwischen düster-abgründigen The Cure und Testosteron- Saxophonmonster Tim Cappello pendelnden Nostalgie-Verlangen von Vampire wird klar, dass Bat For Lashes mit dem warm fließenden Lost Girls tatsächlich ganz unkaschiert ihr ureigenes, weibliche Pendant Kiefer Sutherlands legendärer Bande aufgenommen hat.
Knapp drei Jahre nach dem immer noch irreal erscheinenden, schmerzhafte Lücken hinterlassenden Ableben von Chris Cornell veröffentlichen Soundgarden mit Live from the Artists Den einen umfassenden Mitschnitt einer Show der Band vom 17. Februar 2013 im Wiltern Theatre, Los Angeles.
Thou bleiben, flankiert von den fabelhaften Kumpels Yautja, also auch nach dem (im großen wie kleinen) Triumphjahr 2018 eine Nischensensation, die (zumindest in hiesigen Breitengraden) live nicht die Masse an Besuchern anzieht, die sich die aktuell als Sextett operierende Ausnahmeband verdient hätte.
Was als Feierlichkeit zum zehnjährigen Jubiläums des wahlweise besten Albums der Schotten gedacht war, hat durch den Selbstmord von Scott Hutchison im März 2018 eine tragische, traurige Schlagseite bekommen: Tiny Changes: A Celebration of Frightened Rabbit’s ‘The Midnight Organ Fight’ wirkt nun wie ein posthumer Tribut.
Schon mit ihrem triumphal krönenden Kraftakt auf Weeping Choir hat Kristin Hayter dem Musikjahr 2019 ihren Stempel aufgedrückt. Mit welcher Masse und Gravitation sie das dritte LINGUA IGNOTA-Album CALIGULA nun jedoch zu einem Opus Magnum ausdehnt und verdichtet, ist dann schon beachtlich - und bewusst überfordernd.
Wer den Witz hinter der Namensgebung der Callous Daoboys (Spoiler) zum Brüllen findet, hat wohl auch gute Chancen, den Humor der siebenköpfigen Band aus Atlanta auf Die on Mars generell zu teilen. Alle anderen können sich zumindest ambivalent am kompetenten, aber vorbildtreuen Metal/Mathcore der Platte aufreiben.
Boris bleiben eine unberechenbare Gleichung: Für die Tears EP hat sich das Trio hinter dem Kotao-Cover teilweise in die Produzenten-Hände des Coaltar of the Deepers-Boss Narasaki begeben und jongliert dort mit ironisch aufgebrochener J-Pop-Konsequenz.
Das Black Flags Over Brooklyn, "an anti-fascist, anti-racist extreme metal festival held in the dark heart of Brooklyn" versammelt eine beachtliche Sammlung an zeitgenössischen Metal- und Hardcore-Größen für den karitativen Zweck: Riffs for Reproductive Justice trägt über 3 Stunden und 33 Acts Geld für den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen zusammen.





![Thou, Yautja [28.07.2019: Rockhouse, Salzburg] Thou, Yautja [28.07.2019: Rockhouse, Salzburg]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2019/07/Thou-Live-8-e1564505658866.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)




