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Von Spastik Children bis Echobrain; Flotsam and Jetsam, Voivoid, Ozzy Osbourne und natürlich die Weltkarriere mit Metallica: Jason Newsted hat eine beeindruckende, umtriebige Vita vorzuweisen. Der Schritt aus der zweiten Reihe in die Selbstständigkeit musste da wohl zwangsläufig bis zum 50. Lebensjahr warten.
Die Frage nach dem schwierigen zweiten Album stellt sich für Daniel Blumberg offenbar grundsätzlich nicht. Denn nachdem es mit Cajun Dance Party, Oupa und natürlich Yuck jeweils für nur einen Langspieler reichte, steht mit 'Unreal' bereits das nächste Debütalbum unter neuem Banner an.
Da bekommt sogar der kälteste Zyniker Tränen in den Augenwinkeln: Scott Matthew gibt seiner live so gerne gefrönten Leidenschaft für Fremdkompositionen auf Albumlänge nach und leidet sich in betörender Schönheit durch ein Meer aus berührenden Lieblings-Lovesongs.
Stephen "Thundercat" Bruner hatte mit 15 einen Boygroup-Hit in Deutschland, war zwischen 2002 und 2011 Bassist bei den Crossover-Thrashern Suicidal Tendencies und ist nebenbei gern gesehener Studiogast von Erykah Badu, Snoop Dogg oder den Red Hot Chili Peppers. Für seine Soloschaffen im anhaltenden Schatten der Apokalypse zählt allerdings vor allem die Seelenverwandschaft mit Steven Ellison alias Flying Lotus.
Mit einer Fortsetzung von 'Bayleaf' hat wohl niemand mehr ernsthaft gerechnet: sage und schreiben zwölf Jahre sind seit dem ersten Soloalbum des umtriebigen Pearl Jam-Gitarristen vergangen.
"Hurry up with my damn massage / Hurry up with my damn ménage / Get the Porsche out the damn garage/ I am a god". Danach ordert Kanye aggressiv Massagen, ist ungeduldig wenn es darum geht in Pariser Cafes auf Croissants zu warten, genießt "asian pussy"'s nur mit "sweet and sour sauce" und hat auch sonst noch die eine oder andere Lebensweisheit parat: "You see there's leaders and there's followers/ But I'd rather be a dick than a swallower".
Der schwedische Produzent Hannes Norrvide alias Lust for Youth hat mit seinem dänischen Kompagnon Loke Rahbek im zweiten Anlauf über Sacred Bones Records einen aufgeräumteren Blickwinkel auf die dunkle Saat des unterkühlten No Wave-Synthiepop gefunden, die er im vergangenen Jahr auf 'Growing Seeds' ausgestreut hat. Die perfekte Aussicht entsteht dadurch allerdings nicht zwangsläufig.
Wenn man sich mittlerweile einer Sache sicher sein kann, dann dass alte Helden ihre Auflösung selten konsequent durchziehen. Sechs Jahre nach dem Split und drei nach der Wiedervereinigung kommen nun auch Boysetsfire mit dem unvermeidbaren Comeback-Album aus dem Studio: einem beinahe absurd zielsicher die Trademarks der Band bearbeitenden Brocken Souveränität.
Im reaktionären Musikkosmos von Oberproll Liam Gallagher ist 'BE' ein geradezu progressives Werk geworden, dass sich phasenweise weiter hinaus wagt, als beinahe alles, woran der egozentrische Bandleader seit 'Be Here Now' beteiligt war. Einsortieren lässt sich das zweite Beady Eye Album natürlich trotzdem problemlos in jede stiltreue Britpop-Plattensammlung.
Dass Jim Adkins und Co. für ihr achtes Studioalbum in erster Linie ihre Produktionspraktiken geändert haben bringt Jimmy Eat World vielleicht nicht die Magie alter Tage zurück, macht 'Damage' aber zum ersten Album seit neun Jahren, dass trotz einer gewissen Seichtigkeit nicht nur hemmungslosen Nostalgikern das Herz wärmen dürfte.










