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Die Fuck Buttons-Hälfte Benjamin John Power hat mit 'Dumb Flesh' nicht nur ein Highlight seiner projektübergreifenden Discographie hingelegt, sondern gleich das vielleicht körperbewussteste Elektronik-Album des Jahres: Das zweite Werk unter dem Blanck Mass-Banner ist faszinierend fordernd und verstörend zugänglich, euphorisch auf den Dancefloor treibend und mit einer noiseaffinen Punkgeste aggressiv auslaugend - ein hypnotisierender Rausch, der den Kopf auf Reisen schickt und unbarmherzig in die Beine geht, vor allem aber auch einen formvollendeten Songwriter zeigt. In Kombination mit der nicht minder brillanten 'The Great Confuso EP' gehört die Genre-Krone damit vorerst Power alleine.
Bevor Polkov sich hoffentlich demnächst mit ihrem Zweitwerk im Langformat zurückmelden werden (Indizien deuten ja durchaus darauf hin), hat ein kurzer Appendix zu Debütalbum einstweilen schon/noch einmal in Erinnerung gerufen, warum dies eines der am innigst erwarteten Alben näherer Zukunft darstellt: Ho Un Gatto (Si Chiama Vendetta) trumpft mit drei sonnig-nostalgischen Ohrwürmern auf, die mit einer meisterhaften Leichtigkeit ihre Melodien über Indie, Pop und Folk tänzeln lassen. Während da also die Vorfreude auf kommende Songwriting-Schmeichler steigt, hat sich Mastermind Laurenz Jandl auch dieses Jahr die Zeit genommen, im Rahmen des Heavy Pop Adventskalender über seine Lieblingsplatten der vergangenen Monate zu reflektieren.
Während Crippled Black Phoenix hinter den Kulissen nicht zur Ruhe zu kommen scheinen, klingen sie in ihrer musikalischen Entwicklung längst festgefahren. Weil Justin Greaves auf der Trotzreaktion 'New Dark Age' die Positionierung seiner Band als fundamentale Pink Floyd-Erbverwalter wahrhaftig abrundet, muss das aber nicht zwangsläufig etwas schlechtes sein.
"Founded on the principles of unwavering epic doom metal" haben Crypt Sermon seit jeher auf ihrem Banner stehen und ihr Debütalbum lässt diesbezüglich eindrucksvoll Taten folgen: 'Out of the Garden' scheut sich als unermüdlich heavy walzende Riffkaskade vor dem Herrn nicht zu zeigen, dass es seine Lektionen in der Grundschule der Genre-Größten - wie Candlemass, Solitude Aeturnus, Black Sabbath oder Dio - verinnerlicht hat und diese Ansätze mit dem markanten Gesang von Brooks Wilson und bärenstarkem Songwriting in eine eigenständige Richtung weiterdenkt. Am Ende steht ein traditionelles Doom-Album, dass so auch in Jahren noch frisch und zeitlos klingen wird. Gitarrist Steve Jansson blickt derweil am dritten Tag des Heavy Pop Adventskalender auf die vergangenen 12 Monate zurück.
James Alex gibt nun auch auf Albumlänge den hedonistischen Peter Pan der Pennsylvania -Punkrockszene und dirigiert Beach Slang zu genau jenen 10 unscheinbar-sympathischen Ohrwürmern, die das EP-Konglomerat 'Broken Thrills' erst vor wenigen Monaten in Aussicht stellte.
Dezente Abnutzungserscheinungen am perfektionierten Modus Operandi schimmern zwar langsam durch die Lederjacke, spätestens wenn Marco Michael Wanda über das Publikum läuft ist dies aber für den Moment noch relativ egal: die Unterhaltungsmaschine Wanda liefert bis auf Weiteres reibungslos ab.
Wo der irische Produzent der Band aus Los Angeles auf dem Vorgänger 'Neck of the Woods' noch einen Weg aus der vermeintlichen Stil-Sackgasse zeigen konnte, führt er sie auf 'Better Nature' erst recht in eine solche. Man kann es letztlich drehen und wenden, wie man will: Jacknife Lee ist einfach nicht der richtige Mann für den Alternative Rock der Silversun Pickups.
Victoria Legrand und Alex Scally haben es satt, dass sich ihre Studioalben in der Vergangenheit stets mit Leaks herumschlagen mussten, die die offiziellen Erscheinungsdaten großzügig unterliefen. 'Thank Your Lucky Stars' kommt deswegen nicht einmal zwei Monate nach der Vorgängerplatte ohne große Vorlaufzeit - nur neun Tage vor dem Release angekündigt - praktisch aus dem Nichts daher.
'Have You in My Wilderness' sei nicht nur das erste ihrer Alben geworden, bei dem sie sich für die Texte ausschließlich an ihrem persönlichen Erfahrungsschatz bedient habe, sondern auch ihr bisher zugänglichstes, ließ Julia Holter im Vorfeld zu ihrem vierten Studiowerk ausrichten. Eine Ankündigung, der man angesichts der faszinierenden Andersartigkeit ihrer bisher erschienen Veröffentlichungen durchaus skeptisch gegenüberstehen durfte.







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