Starwalker – Losers Can Win

von am 19. März 2014 in EP

Starwalker – Losers Can Win

Schmeichelweicher Schmuse-Synthiepop auf Autopilot geschalten: Jean-Benoit Dunckel von Air und der isländische Komponist Barði Jóhannsson (u.a. Bang Gang, Lady & Bird) deuten im sparsamen Kurzformat an, was diesem Duo noch möglich sein wird.

Die von Dunckel und Jóhannsson gehauchten Texte bleiben simpel, an der Grenze zum belanglos kitschromantisch  schmückenden Beiwerk („It’s rainig all day/ That all i can say/ I could be the angel in your eyes/ I could be the angel of the night/ as the religion says you’d be forgiven for all that you do„), auch der Rhythmus bewegt sich an der Grenze zur Monotonie: Starwalker spielen ihre permanent bis zur absoluten Entspannung zurückgelehnten Popsongs offenkundig mit einer Faszination für minimalistische Grundgedanken, lassen aber in den Texturen das Air’sche Händchen für produktionstechnisch makellose Tiefe walten. Wattierte Synthies gleiten durch betörend schwerelose Schlaflieder voller Eleganz und glitzernder Wolken, umhüllen, laden zum sich darin verlieren ein und beweisen im tricktechnischen Instrumental ‚Moral Sex‚ trotzt einiger Ermüdungserscheinungen auch, dass es die Platzhalter-Gesangsmelodielinien nicht unbedingt brauchen würde. Sollte Drive allerdings jemals im Sonnenschein mit zutiefst romantischen Happy End neu verfilmt werde, wären Starwalker Dank Songs wie dem mit Akustikgitarre schunkelnden Titeltrack sofort zur Stelle.

Dessen Bearbeitung in der ‚(All That You’ve Got)‚-Version gibt sich dann zwar etwas dunkler als das Original, bietet aber keine essentiellen zusätzlichen Geistesblitze und zementiert in quantitativ ausbaufähiger Weise mit dem interessanten, The Notwist-affinen und tanzflächetauglichen Bloodgroup-Remix von ‚Bad Wheater‚ den Eindruck, dass Starwalker hier bei weitem nicht optimal an ihren Leistungsgrenzen operieren, sich erst warmlaufen müssen: dass das Duo ein absolutes Gespür für eingängige Melodien und angenehm plätschernde, unaufdringlichen Ohrwürmer hat, zeigt alleine der ungemein sanfte Hit ‚Bad Whater‚ mit spielerischer Leichtigkeit zwischen verführerisch leichten Pianotupfern und softrockig dösender Unscheinbarkeit samt Handclaps. Weswegen diese erste EP nicht mit den Erwartungshaltungen mithalten kann, aber vielversprechend den Appetit auf mehr anregt – obwohl sich auch abzeichnet, dass sich derartig auf dem Silbertablet präsentierter Pop auf Albumlänge durchaus schnell abnutzen könnte. Starwalker sollte man dennoch nicht nur aufgrund der Reputation von Jean-Benoit Dunckel, sondern vor allem auch aufgrund des nahenden Sommers im Auge behalten.

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