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Damon Albarn - Everyday Robots - HeavyPop.at

Damon Albarn – Everyday Robots

von am 30. April 2014 in Album

Damon Albarn – Everyday Robots

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Sanftmütige Melodien schimmern hinter der unnachahmlich melancholischen Stimme, und dezente Electro-Nuancen mit feinem Brit-Soulanstrich umgarnen freischwebende Ethno-Tendenzen: Damon Albarn hat das so von ihm zu erwartende Popalbum aufgenommen. Das ist ohne große Überraschungen so vorhersehbar wie atemberaubend schön.

Nach 25 Jahren im Musikgeschäft mit vertonten Opern, (mehreren) Weltmusikausflügen sowie unzähligen Kooperationen mit Kollegen/Legenden hat der Blur– und Gorillaz-Chef also endlich die Zeit für sein offizielles Debütalbum gefunden. Darauf kommt er nun all jenen entgegen, die nach (weiterem) neuen Material aus dem Hause der Albarn’schen Stammband darben: ‚Everyday Robots‚ knüpft an die ruhigsten Momente des überragenden ‚Think Tank‚ an (‚The History Of A Cheating Heart‚ könnte im positivsten Sinne gar als grundverschiedenes Update von ‚Caravan‚ durchgehen), webt unter der Obhut von Richard Russell aber auch die Errungenschaften der letzten Jahre (vor allem nachhaltig: die gemeinsame Arbeit mit Bobby Womack!) in Form von schiefen Geigensamples, klackernden Rhythmen, trübsinnigen Bläsern oder wehmütigen Steel Drums um tröpfelnde Pianoakkorde, sparsame Keyboardmelodien und kleine Gitarrenlinien. ‚Everyday Robots‚ ist also so erstaunlich ruhige und intime Sammlung zurückhaltender Schönheiten geworden, die sich auf den ersten Blick reduziert und introvertiert entfalten, auf den zweiten aber mit zahlreichen Feinheiten im Detail aufwarten.

Aus dem Rahmen fallende Rabaukenausbrüche wie auf ‚Think Tank‚ verkneift sich Albarn mittlerweile aber begrüßenderweise. Nur einmal öffnet sich der Seelenstreichler ‚Everyday Robots‚ unmittelbar: im superniedlichen ‚Mr. Tembo‚ singen Albarn und der Leytonstone City Mission Choir eine knuffige Banjo-Aufmunterung für ein verwaistes Elefantenbaby. „Mr. Tembo is on his way up the hill/ With only this song to tell you how he feels/ But to get there he will need a helping hand/It’s where he is now but it wasn’t what he planned“ Anderswo blickt Albarn nostalgisch zu den ‚Hollow Ponds‚, erinnert sich an die eigene Kindheit und haucht ein gefühlvolles „‚Modern Life…’ was sprayed onto a wall in 1993“ in den Nachthimmel. Dann schlurft er durch England und lässt die Gedanken bis nach Afrika schweifen, sampelt Richard Buckley, Timothy Leary oder Kenny Clayton und skizziert immer wieder mit traurigem Blick in den vorbeiziehenden Wolken die Widrigkeiten menschlicher Beziehungen in den Zeiten der Digitalisierung rund um iPhone und Co.: „It’s hard to be a lover when the TV’s on„.

Der Beat arbeitet beruhigend, das Piano schwebt, Natasha „Bat for Lashes“ Khan verschwimmt wispernd im Geschehen. Albarn räumt seinen Songs gefühltermaßen stets alle Zeit der Welt ein, lässt sie nach alten, weisen Seelen klingen und kreiert damit  moderne Soul-Elergien im Popgewand um sich gleichermaßen niedergeschlagen im weichen Bett zu verkriechen oder mit leiser Euphorie frische Sommersonnenluft einzuatmen.
Im überlangen ‚You & Me‚ empfiehlt sich der Tausendsassa als Ghostwriter für David Bowie, gemeinsam mit seinem Nachbarn Brian Eno, den er danach auch in den weihevollen Gospel ‚Heavy Seas Of Love‚ einbindet – einer nur eingangs zur großen Triumph-Geste ausholenden Hymne. Immer wieder entstehen so ergreifende Momente einer hinterrücks übermannenden Platte, die einmal mehr als klarstellt es bei Albarn mit einem der ganz großen Musikmagier von der Insel zu tun zu haben. Da macht es auch nichts, dass der 46 jährige diesmal darauf verzichtet hat überlebensgroße, aus dem Gesamtpaket hervorstechende Ausnahme-Singlehits aufzufahren, weil der sanftmütige Reigen sich umso nachhaltiger als homogener Triumphzug der kleinen Gesten anhand unaufdringlich wärmender Innenansichten entfaltet. Man kann deswegen sicherlich nur allzu leicht den Fehler machen das die Seele streichelnde ‚Everyday Robots‚ vorschnell als vergleichsweise langweilige Platte im Œuvre Albarns abzustempeln. Und es stimmt schon: dieses Debüt ist per se kein aufregendes Album. Es ist allerdings ein absolut erhebendes Werk von zeitloser Eleganz, und eines, das in den richtigen Augenblicken schlichtweg Leben retten kann.

08

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  • Blur - The Magic Whip - HeavyPop.at - […] schlapfende Schönheit ‘My Terracotta Heart‘ ohne Probleme wie ein vergessenes ‘Everyday Robots‘-Highlight leuchtet. Mit weniger verträumter Linie gehen dagegen…

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