Devon Welsh – Faces

von am 2. Juli 2019 in Single

Devon Welsh – Faces

Der ehemalige Majical Cloudz-Sänger Devon Welsh widmet sich wieder einmal einer (nach Name Your Price-Prinzip via Bandcamp vertriebenen) Standalone Single. Mit Faces gelingt ihm sogar eine seiner bisher schönsten Solonummern.

Dass sich Welch seit dem Ende seiner Kooperation mit Matthew Otto immer wieder gerne solch spontan veröffentlichten Kurzformaten widmet, macht im Grunde rundum Sinn. Immerhin klingen ja auch seine regulären Alben Dream Songs und (das nominell ohnedies als Compilation firmierende) Down the Mountain eher wie homogen zusammengetragene Songsammlungen, die weniger von einem kohärenten Spannungsbogen, als durch die erzeugte Atmosphäre und ästhetische Trademarks verbunden sind.
Warum also auf mehr Material warten? Immerhin bedient Welch nun mit dem gleich von vornherein im Alleingang aufmarschierenden Faces tatsächlich ohnedies ansatzlos entlang seiner zutiefst typischen Signature-Stärken und liefert, was man von ihm liebt.

Ein melancholischer E-Piano-Teppich mit unsagbar traurigen Akkorden plätschert da einnehmend weich mit tröstlichen Gesang zur puren, kontemplativ in sich gehenden Entschleunigung. Eine Snare deutet kurz vor dem Refrain zwar ein wenig Tempo an, doch letztendlich verweilt Faces natürlich (!) weiterhin in purer ätherischer Zeitlupe – so funktioniert das loopende Songwriting von Welch.
Elegisch sinnierend und über eine unwirkliche Stimmung samt abstrakt-bewegender Texte eine subversive Magie entfaltend, erzeugt Faces so eine unscheinbare Tiefenwirkung, die bezaubert und nachdrücklich verfolgt: „You say “by the way”, with a sigh/ “I can’t really stay, but I can’t say goodbye”/ ‘cause we have fun here/ …/ It’s not time now/…/ and it’s good love“.
Der Mann weiß einfach, wie man Herzen romantisch bittersüß schmelzen lässt. Und dennoch: In einen schlüssigen Kontext samt runden Narrativ gebettet würde Faces wohl sogar noch besser funktionieren.

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