Merchandise – 2012 – 2013: Desire In The Mouth Of Dogs

von am 15. Juli 2020 in Compilation

Merchandise –  2012 – 2013: Desire In The Mouth Of Dogs

Wir kommen mit 2012 – 2013: Desire in the Mouth of Dogs in der ziemlich sicher besten Phase von Merchandise an und ergründen die Umgebung des nach wie vor grandiosen Durchbruchwerkes Children of Desire.

After suffering many hangovers tied to drunken, sweaty nights at the local goth club, Cox bought a second-hand Boss Dr. Rhythm drum machine at his favorite pawn shop and immediately went to work on the next album. This electronic box shaped the sound of everything on this collection, propelling the boys spaceward from their stunted rock brains. Things opened up. Concept superseded song. Groove and swing found their way in, but not before being shotgunned and spun around a bit. The group’s prior experiments had, by this point, exploded.
Noch ist der Sound auf dieser Compilation von Non-Album-Tracks aber nicht in jener massentauglich Klarheit angekommen, die das Studioalbum von 2012 letztendlich aus der Nische in die Wahrnehmung einer breiteren Öffentlichkeit katapultieren sollte.

Auch wenn die anmutige Ballade Untitled praktisch erstmals Nostalgie und Melancholie über eine unkaschierte Schönheit artikuliert, sind die Produktion und Ästhetik der Compilation 2012 – 2013: Desire in the Mouth of Dogs noch von jenen Eindrücken dominiert, die bereits What I Wanted und Gone Are the Silk Gardens of Youth definierten. Das bisher unbekannte Swallowed Whole [Demo] ist gar eine mit Wave-Herzen im Punk ersaufendes Distortion-Meer im reinen Rausch.
In Nightmare Room (Dave’s Room) wiederum kennt man von Children of Desire, doch ist der Blick auf das grandiose Melodiegespür hier noch mit viel Hall und Distanz durch eine destruktive Anti-Haltung verschwommen, während Become What You Are [Demo] als Quasi-Akustik Version geduldig in einer ätzenden Lauge aus Loops sowie Noise badet und Roser Park (Unfinished) („complete in its incomplete form“) noch eine Meditation über 14 Minuten darstellt.

In dieser Ausgangslage wäre 2012 – 2013: Desire in the Mouth of Dogs von der Substanz her durchaus die interessanteste und entwicklungstechnisch faszinierendste Ausgabe der bisherigen Compilation-Reihe von Merchandise. Letztendlich überwiegen jedoch ärgerliche Faktoren: Warum Swallowed Whole [Demo] mitten in den Spielfluß des (abseits des ebenfalls unveröffentlichten Schlußpunktes Roser Park (Unfinished) ) ansonsten ausnahmslos auf Angels in the Station veröffentlichten Materials platzen muß, macht weder chronologisch noch für den Spannungsbogen einen Sinn – und weswegen die besagte EP zudem nur auszugsweise beleuchtet wurde, ist absolut unnötig.
Wo die beiden Vorgänger der Songsammlungsserie insofern nur kleinere Versäumnisse bezüglich der Vollständigkeit zeigten wirkt Desire in the Mouth of Dogs deswegen frustrierend willkürlich selektiert. Die hiernach noch ausstehenden vier Jahre der bisher aktiven Merchandise-Karriere, in denen die Band über den Major-Einstand wieder ins Exil wanderte, und praktisch in einem Aufwasch begutachtet werden könnten, dürfen dennoch gerne alsbald folgen.

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