Suche nach: hole
Die aktuell zwingendste Postpunk-Platte Deutschlands ist eigentlich die authentischste Punk-Platte seit langem, dabei meistens ziemlich anti, dunkel und tief verwurzelt in der Tradition großer Vorreiter von Ton Steine Scherben bis zu den jungen Fehlfarben.
Wer denkt, dass dem Noiserock 2012 nichts mehr hinzuzufügen ist, den belehren drei junge Kanadier auf ihrem Debütalbum ungestüm eines besseren. Warum 'Metz' dabei allerorts derart durch die Decken geht, bleibt letztendlich offen - aber auch egal, denn dafür knallen elf Songs in nicht einmal 30 Minuten schlicht zu kompromisslos und wuchtig aus den berstenden Boxen.
Lieblos den eigenen Raritäten-Katalog zusammenkleben sollen andere: Kylesa basteln eine Compilation, die keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit stellt, dafür aber in ihrem homogenen Fluß durch Alt und Neu gut und gerne als eigenständiges Album durchgehen würde.
Wollten Sparta mit 'Wiretap Scars' vielleicht das Album aufnehmen, dass The Casket Lottery mit hier zum eigentlich bereits vierten Mal gelingt? Egal: 'Real Fear' ist ein wunderbares Sammelsurium aus emotionalen Post-Hardcore-Brocken, das sich ganz beiläufig zahlreiche Synthie-Flächen einverleibt und dabei als ausgebuffte Hitsammlung entpuppt.
Allerhand Neuigkeiten gibt es aus dem Hause Reznor. Am konkretesten: die lange angekündigte zweite EP seines aktuell zur Hauptband erhobenen Nebenprojekts. Auf 'An Omen' verabsäumen How to Destroy Angels dabei abermals, sich tatsächlich vom alles überscheinenden Mutterschiff Nine Inch Nails abzudocken.
Man muss den Albumtitel nicht verstehen, um zu wissen, was man serviert bekommt: echte Überraschungen bleiben auf dem siebten Deftones-Langspieler zwar aus - ein schwaches Album werden die Kalifornier in diesem Leben aber wohl auch nicht mehr zustande bringen.
Als würde eine komplette Marschkapelle über ein Musikfachgeschäft herfallen und dieses in eine aberwitzige Rhythmus-Zentrifuge verwandeln. Der Zirkus, den Tu Fawning auf und vor der Bühne veranstalten, ist jedenfalls noch einmal ein paar Stufen intensiver, als ihre ohnedies schon so umwerfenden Tonträger es ankündigen.
Mehr noch als At the Drive-In sehen sich Refused für ihre Reunion 2012 skeptischen Blicken ausgesetzt. In der Wiener Arena rechtfertigen die fünf Schweden ihre Club-Tour mit einem energetischen Feuerwerk, brennen nostalgische Gefühle mit Nachdruck in Grund und Boden.
Es soll ja Leute geben, die sich ernsthaft fragen, wie das wohl geklungen hätte, wenn The Fall of Troy anstatt in einem glanzlosen letzten Album zu implodieren mit Coheed and Cambria fusioniert hätten. Thomas Erak ist offenbar einer davon, macht aber unterm Strich nur weiter, wo er mit 'In the Unlikely Event' ins Stottern geraten ist.
Gibt es eine Grundformel um packende Post-Rock-Hymnen ohne Ablaufdatum zu kreieren, haben Collapse Under The Empire diese nicht nur verstanden, sondern auf ihrem vierten Album in fünf Jahren auch verinnerlicht: für Werke wie 'Fragments of a Prayer' ist manchmal selbst das Kopfkino zu klein.







![Tu Fawning [02.10.2012 Postgarage, Graz] Tu Fawning [02.10.2012 Postgarage, Graz]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2012/10/Tu-Fawning-Live-Postgarage-e1349248812129.jpg?resize=205%2C205&ssl=1)
![Refused [01.10.2012 Arena, Wien] Refused [01.10.2012 Arena, Wien]](https://i0.wp.com/www.heavypop.at/wp-content/uploads/2012/10/Refused-Live-e1349169638441.jpg?resize=205%2C200&ssl=1)

