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Ob Rival Sons nach dem Senkrechtstart von Greta Van Fleet ihre Retrorock-Felle wegschwimmen sehen haben? Egal - für Feral Roots steigern Sie sich nach dem etwas egaleren Vorgänger Hollow Bones wieder ein wenig.
Wäre das hervorragende Garden of Stone 2018 nicht derart spät erschienen, wäre es in unserer Endabrechnung nicht „nur“ in die Honorable Mentions gelandet. P.A. Hülsenbecks alter Kumpane Fabian Altstötter geht mit seinem Debüt als Jungstötter insofern kein Risiko ein: Love Is positioniert sich mit seinen weihevollen Mitternachtsballaden im Bariton als frühes Jahreshighlight 2019.
Für Ihre regulären Studioalben brauchen Mercury Rev mittlerweile ja schon einmal bis zu sieben Jahre. Obskure Veröffentlichungen zwischen traditionsbewusstem Archivarwissen und unorthodoxem Forscherdrang gehen der Band aber scheinbar mühelos von der Hand, wie die galante Verneigung Bobbie Gentry's The Delta Sweete Revisited beweist.
Was für ein Einstand! A.A. Williams, eine Singer-Songrwriterin aus Greater London, sorgt mit ihren introspektiven Endzeitballaden innerhalb des Rosters von Holy Roar Records für gewaltige Aufregung.
Der Killers-Gitarrist auf Solopfaden: Wie gravierend sich die (zumindest temporäre) Pause, die sich Dave Keuning von seiner Stammband gönnt, für die Las Vegas-Rocker erweisen könnte, wird nach der plakativen banalen Anti-Hymne Land of the Free mittels Prismism sogar noch eklatanter unterstrichen.
Ob er die Klampfe gerade ein- oder auspackt, bleibt bewusst offen: Selbst wenn Eyes on the Lines (2016) Steve Gunns explizitere On the Road-Platte in ständiger Bewegung war, ist The Unseen In Between weniger Ankommen, als ein sich im Kreis nach vorne drehen.
Nach der sinnlos-obskuren Tour-Absurdität Double Dream of Spring wollen Deerhunter das existentialistische Why Hasn’t Everything Already Disappeared? offenbar betont auf Nummer Sicher gehend nach Hause spielen. Letztendlich wird daraus jedoch ein kompaktes Schaulaufen mit unfertigem Beigeschmack.
Die Zeit bleibt nicht stehen - und auch Dendemann tut dies nicht: Da nich für! ist sein bisher vielseitigstes, modernstes und wohl auch ambitioniertestes Album geworden: Musikalisch am Puls der Zeit, inhaltlich zeitlos wichtig.
Das beste an der exklusiv von Netflix vertriebenen, schrottig-langweiligen Romanverfilmung Bird Box von Susanne Bier ist definitiv der dazugehörige Soundtrack der Nine Inch Nails-Speerspitze um Trent Reznor und Atticus Ross - die eventuell gar beste Score-Arbeit des Duos seit The Girl With the Dragon Tattoo.
James Blake schließt mit seinem vierten Studioalbum einen Kreis: Wo er das laufende Jahrzehnt als Trends-setzender Dubstep-Visionär begann, beendet er es über den Schmelztiegel Assume Form als ungewohnt schwungvoller Zeitgeist-Epigone mit der Leichtigkeit des schwerelos-verliebten Seins im Rücken.










