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These New Puritans sind sich bewusst, dass ihnen mit dem letztjährigen 'Field of Reeds' ein eingewilliges kleines Meisterwerk des Artrock gelungen ist. Deswegen lassen es sich die Barnett-Brüder auch nicht nehmen, ihren bisherigen Schaffenszenit mit der passenden Liveplatte noch einmal in aller Ausgiebigkeit zu zelebrieren.
Gitarrist Jim Root konnte Corey Taylor seinen Rauswurf bei Stone Sour wohl verzeihen: bei Slipknot ist er ja noch an Bord. Und wie zuletzt darf er dort neben allerlei Geknüppel sehr ähnliche Riffs anbringen, wie bei seiner Ex-Band.
Hat man da noch Töne, wenn urwüchsige Holzfäller sich plötzlich anschicken, neben erdigem Folk-Rock noch eine Extraschippe Flower-Power mit ins Langspiel zu bringen?! Aber hallo, und das nicht zu knapp: Owls by Nature werden auf ihrem Zweitwerk nicht von Jägern zu Gejagten ihrer eigenen Vergangenheit, sondern beschreiten mutig – und zumeist auch erfolgreich - neue Wege
Knappe 20 Monate nach dem furios Zweitwerk sprengen Iceage ihren giftigen Postpunk mutwillig in alle Einzelteile und kleben die Scherben über dem verbliebenen Grundgerüst aus Nihilismus und Misanthropie wieder zu einem bestechend ausfransenden Sammelsurium an psychotisch streunenden Songs. Darf man die Phrase vom Erwachsenwerden bemühen?
Dem Cover nach zu urteilen könnte 'Tyranny' gut und gerne auch von einer Gang aus The Warriors eingespielt worden sein. Nur konsequent, ist The Strokes-Chef Julian Casablancas mit dem wilden Stilamalgam seiner neuen Hintergrundcrew doch irgendwo tatsächlich auf Kollisionskurs und Kriegsfuß mit der relativ versöhnlichen Herangehensweise seiner Stammband.
Die Zahl all jener, die noch einer neuen Veröffentlichung der Vines entgegenfiebern dürfte mutmaßlich bereits gering genug sein. Die Zahl all jener, die sogar auf ein Doppelabum der Australier warten...nun ja. Dabei hätte 'Wicked Nature' um einigen Ballast erleichtert eine durchaus runde Sache werden können.
Sich von hartgesottenen Fans in der Sonne den Bauch pinseln lassen, mit ihnen an der Bar diskutieren, wo die verlorengegangenen Stärken von Weezer liegen, oder einfach eine ausgelassene Party auf hoher See feiern. Die beiden "Weezer-Cruises" am Luxusliner haben Rivers Cuomo und Co. sichtlich gut getan, die Perspektiven gerade gerückt. Nach vier Jahren Plattenpause ist 'Everything Will Be Alright in the End' deswegen tatsächlich ein kaum mehr für möglich gehaltenes Comeback geworden.
Notfalls genügen Punch gerade einmal 5 Sekunden, um ihrem explodierenden Unmut gebührenden Ausdruck verleihen. So zu hören im Titeltrack, der freilich nur das Epizentrum der so schnörkellosen wie brutal angepissten 20 Minuten-Katharsis 'They Don't Have To Believe' geworden ist.
Seit 'Kentucky' weiß man: Austin Lunn ist ein Folkmusiker im Körper eines Black Metal-Derwischs und ein Anarchist und fähiger Träumer, wenn es darum geht, sein Songwriting zwischen den Stühlen zu positionieren. Zwei Jahre später denkt 'Roads to the North' die scheuklappenbefreiten Ansätze seines Vorgängers mit noch weiterem Blickwinkel und gleichzeitig geschärfterem Fokus imposant weiter.
Abseits all der anderen aufgefahrene Stärken ist die vielleicht größte Tugend von Bandvorstand Mike Scheidt, seinen tonnenschweren Doomgebilden in jedem Anlauf mit neuen Ansätzen zu begegnen, sein Songwriting mit variierenden Umgebungen zu konfrontieren, hungrig zu bleiben und jeder Yob-Platte neue Facetten abzuverlangen.









