Trhä – tálcunnana dëhajma tun dejl bënatsë…

von am 12. März 2022 in Album

Trhä – tálcunnana dëhajma tun dejl bënatsë…

Tálcunnana dëhajma tun dejl bënatsë abcul’han dlhenisë ëlh inagat, jahadlhë adrhasha dauzglën nu dlhevusao ibajngra nava líeshtamhan ëf novejhan conetsë danëctsë kin, ëf tu dlhicadëtrhënna bë ablhundrhaba judjenan alhëtangrasë shidandlhamësë inkom – oder: Das dritte Studioalbum in ebenso wenigen Jahren ist für Trhä die weiterführende Fusion aus rohem Lo-Fi-Black Metal und beinahe persiflierend gut gelauntem Dungeon Synth.

Freilich darf man seine Zeit damit verschwenden, indem man den megalomanischen Kaskaden-Titel von Tálcunnana dëhajma tun dejl bënatsë abcul’han dlhenisë ëlh inagat, jahadlhë adrhasha dauzglën nu dlhevusao ibajngra nava líeshtamhan ëf novejhan conetsë danëctsë kin, ëf tu dlhicadëtrhënna bë ablhundrhaba judjenan alhëtangrasë shidandlhamësë inkom sprachlich exakt zu verorten oder mit etwaigen Online-Hilfen gar in Übersetzungs-Angriff zu nehmen versucht.
Man kann die überkandidelte Namensgebung der Platte aber auch einfach als Statement dahingehend abtun, dass die Musik von Trhä in ihrem Fantasie-Vokabular losgelöst von territorialen Grenzen grundlegend außerweltlich abgelegt ist und auf universeller Ebene funktionieren will.
Darüber hinaus steht der im Gesamten homogene wirkende, im Detail jedoch aus einzelnen Passagen unterschiedlicher Quellen zusammengeklaubt zu bestehen scheinende Titel einerseits auch symptomatisch für den Charakter einer Platte, die als kohärentes Ganzes wie eine zum Möbiusband verbundene Kette aus Fragmenten auftritt: Wahrscheinlich sollte man diese Platte nicht zu analytisch auseinandernehmen, doch mutiert die Symbiose aus harschem, unterproduziertem Black Metal und bonbonfärbigen Synth-Ambient mehr oder minder stets in rund fünfminütigen Segmenten.

Der ebenso lange Rahmen des Albums (der vorne wie hinten ausnahmsweise zu abrupt seine Nahtstellen offen lässt) ist jedenfalls ein potentieller Space-Ladebildschirm von Twin Peaks in Final Fantasy, verträumt und kristallin plätschernd, bevor die Auslage über einen kurzen Cut zum funkelnden Bedroom-Synth Pop wechselt, dessen neugierig und schwerelos so demonstrativ mit der Stimmung brechende Klangfarbe für einen polarisierenden, ambivalenten Kontrast sorgt – das niedliche, cheesy Motiv wird uns später kurz vor Schluss wieder begegnen. Hier jedoch beginnt erst einmal zwei Räume weiter der geifernd brüllende Black Metal zu laufen, so distanziert und doch unignorierbar, dass ein dualistisches Lofi-Vakuum entsteht.
Erst nach 9 Minuten ist die Assimilation der beiden Pole abgeschlossen, das Tempo drosselt sich und der Dungeon Synth taucht mystisch in den Metal. Welcher der beiden einst diametralen Stränge da nun Textur und welcher das tragendes Element ist bleibt offen. Damit beginnt die beste Phase von Tálcunnana dëhajma tun dejl bënatsë abcul’han dlhenisë ëlh inagat, jahadlhë adrhasha dauzglën nu dlhevusao ibajngra nava líeshtamhan ëf novejhan conetsë danëctsë kin, ëf tu dlhicadëtrhënna bë ablhundrhaba judjenan alhëtangrasë shidandlhamësë inkom, die vom rasenden Blackgaze mit fauchenden Blastbeats zu einem schmissig bouncenden Party-Groove und wieder zurück findet, nach 15 Minuten wie ein Super Mario Stern-Run mit happy Riffs und Seratonin-Tollwut klingt, die in hymnische Tremolo-Höhen mündet, und nach 19 eine melodische Synergie mit rauschhafter Majestät emporspeit: hier nun sind die Synthies nicht mehr Reizstoff, sondern im Einklang – und Trhä auf einer Ebene mit etwa Paysage D‘Hiver.

Nachdem Tálcunnana dëhajma tun dejl bënatsë abcul’han dlhenisë ëlh inagat, jahadlhë adrhasha dauzglën nu dlhevusao ibajngra nava líeshtamhan ëf novejhan conetsë danëctsë kin, ëf tu dlhicadëtrhënna bë ablhundrhaba judjenan alhëtangrasë shidandlhamësë inkom später (nach rund 24 Minuten) noch als nebulös friedlich in den Nachthimmel träumende Klanginstallation funktioniert und nach gut 29 eine irritierende Feel Good-Aufbruchstimmung als scheppernd-rockender, glöckchenschön bimmelnder Black Metal aufkommt, übernimmt nach 33 Minuten wieder der zugespannte Beginn zum Anime-Muzak-Supermark-Fahrstuhl – wenn auch als Jam-Tendenz im Hexenwald – bevor der tolle Ethereal-Hauch der Eröffnungsphase zurückkehrt (und Trhä in seiner Mystik einfach besser steht, als die bunte Ausgelassenheit poppiger Synthies, die wie funkelndes Plankton in der Nacht leuchten und dann eben doch faszinierend eigenwillig schraffieren), um das Mosaik einer koexistentialistischen Wachstumsphase abzurunden. Danach ist die (während der hier und dar destillierbar gewesenen, im Mittelteil einfach klar über dem restlichen Gefüge stehenden 44 Minuten Spielzeit keinerlei Rolle spielende) Neugier, ob der Titel tatsächlich etwas bedeuten könnte, eigentlich wie so nebensächlich, wie irgendwie möglich: Trhä, das ist mit jedem Mal mehr eine Reise in eine eigene Raum-Zeit-Dimension des Atmospheric Black Metal.

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